Große Eingangsklassen in Dahle und Evingsen

Eltern sorgen sich um zu große Eingangsklassen.

ALTENA - Post aus Dahle landete dieser Tage auf dem Schreibtisch der für die Altenaer Grundschulen zuständigen Schulrätin Susanne Wessels. Inhalt des Schreibens: Eine geharnischte Beschwerde über die nach Ansicht der Eltern viel zu großen ersten Klassen, die nach den Ferien gebildet werden sollen. 60 Lernanfänger wurden für den Schulverbund Dahle/Evingsen angemeldet, davon soll in Dahle und in Evingsen je eine Eingangsklasse mit 30 Schülern gebildet werden. Viel zu viele, meinen manche Eltern und verweisen darauf, dass wegen des gesunkenen Schuleingangsalters auch Kinder in den Klassen sein werden, die gerade erst sechs Jahre alt geworden sind.

Dass damit eine besondere pädagogische Herausforderung verbunden ist, bestreitet Schulleiter Karl-Heinz Zündorf nicht. Überhaupt hat er Verständnis für die Sorgen der Eltern. Aber: „Das liegt nicht im Ermessen des Schulleiters. Ich bin nun mal an die gesetzlichen Vorgaben gebunden“. Es sei leider Fakt, dass er keine drei Klassen bilden dürfe, wenn 60 Kinder angemeldet worden seien. In Gesprächen mit den Eltern berichtete Zündorf, dass an anderen Schulen zu kleine Eingangsklassen Interventionen der Schulaufsicht zur Folge gehabt hätten. Die Schulleiter seien kurz nach Schuljahresbeginn angewiesen worden, aus drei bereits bestehenden Klassen zwei zu machen.

Welcher behördlichen Willkür sind unsere Kinder da ausgesetzt?“ heißt es dazu in dem der Redaktion vorliegenden Schreiben an die Schulaufsicht. Gerade die Dahler Eltern sind sauer – an diesem Standort des Schulverbundes waren bisher kleine Klassen nämlich eher die Regel denn die Ausnahme. Die Eltern glauben jetzt, dass der Schulverbund ihnen und vor allem ihren Kindern Nachteile beschert. Vehement fordern sie die Aufteilung der Lernanfänger in drei Klassen.

„In diesem Zusammenhang interessieren mich keine festgeschriebenen Zahlen und behördlichen Vorgaben, ab wann eine Teilung vorzunehmen ist“, schreibt eine Mutter. Und weiter: „Ich wünsche mir vielmehr ein Entscheidung, die individuelle Verhältnisse vor Ort berücksichtigt und davon getragen ist, für Kinder und Lehrer möglichst beste Bedingungen für ein altersgerechtes Lernen zu schaffen“.

Das sei natürlich auch sein Anliegen, versichert Zündorf. Obwohl er an den gesetzlichen Vorgaben nicht vorbei komme, sei natürlich eine gezielte und individuelle Förderung der Kinder vorgesehen. Dreh- und Angelpunkt sei die personelle Ausstattung der Schule, erklärt er. Eine Lehrerin gehe in den Mutterschutz, per Ausschreibung werde eine Vertretung gesucht – „wir hoffen, dass wir jemanden finden“.

Dann wäre das Kollegium wieder komplett und die Schule könnte neben dem Regelunterricht zusätzliche Angebote machen. Zündorf verspricht, dass davon die beiden Eingangsklassen in besonderem Maße profitieren würden –„das ist wichtiger als irgendwelche AGs“. Gedacht sei zum Beispiel an „team teaching“ – eine Unterrichtsform, bei der zwei Pädagogen in der Klasse anwesend sind, so dass sich einer ganz gezielt um einzelne Schüler oder auch Schülergruppen kümmern kann.

von Thomas Bender

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