Zwei Mitarbeiter bei Brand in VDM-Werk in Altena verletzt

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Kein Zutritt auch für Journalisten: Bei VDM in Altena hat es gebrannt.

ALTENA - In allen Stadtteilen heulten am Mittwochmorgen die Sirenen: Wegen eines gefährlichen Feuers bei ThyssenKrupp VDM hatte die Kreisleitstelle einen Vollalarm ausgelöst. Zwei Mitarbeiter wurden leicht verletzt. 

Von Thomas Bender

Gegen 6 Uhr habe sich in der Nassschleifanlage des Werkes eine Verpuffung ereignet, teilte Unternehmenssprecher Volker Lindemann anschließend mit. Dadurch seien zwei Arbeiter verletzt worden – erste Meldungen, sie hätten schwere Verbrennungen erlitten, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. „Sie konnten das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen“, sagte Lindemann. Es habe sich lediglich um hitzebedingte „Hautirritationen“ gehandelt.

Allerdings: Die Verpuffung hatte eine starke Hitzeentwicklung zur Folge. „Der Dachstuhl der Halle musste gekühlt werden“, erklärte der Unternehmenssprecher. Nach Mitteilung der Polizei hatten sich dort einzelne Flammennester entwickelt. Ein weiteres Ausbreiten der Flammen wurde durch die vorhandene CO2-Löschanlage verhindert. Die Werksfeuerwehr, die als erste zur Stelle war, ließ die Halle deshalb sofort räumen und rief andere Einheiten zur Hilfe. Der Einsatz dauerte bis gegen 7.30 Uhr. Dann begann die Suche nach der Ursache für den Unfall.

Neben der Kripo nahm auch das Amt für Arbeitsschutz entsprechende Ermittlungen auf. Angaben zur Schadenshöhe konnte das Unternehmen noch nicht machen. Unklar ist, wie lange die Nassschleifanlage ausfällt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Produktionsanlagen im Werk Linscheid und dient zur Endbehandlung der dort produzierten Bleche. Als der Unfall passierte, wurden Zirkonium-Bleche geschliffen. Sie zeichnen sich durch hohe Korrosionsbeständigkeit aus, was sie als Baumaterial für chemische Anlagen, vor allem für spezielle Apparateteile wie Ventile, Pumpen, Rohre und Wärmeaustauscher, geeignet macht. Auch als Hülle für Brennelemente in Atomkraftwerken wird das Material eingesetzt. Die beim Schleifen entstehenden Stäube sind „sauerstoffaffin“ und reagieren unter Umständen schon mit Raumluft. Ebenso wie Zirkonium- können auch die bei VDM erzeugten Titanbleche nur auf der Nassschleifanlage behandelt werden. Andere Lergierungen könnten auf einer ebenfalls vorhandenen Trockenschleifanlage bearbeitet werden, erklärte Lindemann.

Als völlig normale Sicherheitsmaßnahme bezeichnete es der Unternehmenssprecher, dass das Werksgelände sofort nach der Alarmierung hermetisch abgeriegelt wurde: Nur die Feuerwehr durfte passieren, Medienvertretern wurde nicht einmal der Zugang zum Parkplatz gestattet.

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