Größerer Nutzen für die Allgemeinheit

Nils Goseberg aus Dahle.

ALTENA - Sein Berufswunsch war immer der des Ingenieurs, und zwar mit der Fachrichtung Holzbau. Deswegen absolvierte Nils Goseberg auch zunächst eine Ausbildung zum Zimmerer. Gekommen ist es dann aber doch anders als gedacht: Während des Studiums an den Technischen Universitäten Dresden tendierte sein Interesse immer mehr zum Thema „Wasserbau“. „Das, was ich da tue, hat einen größeren Nutzen für die Allgemeinheit“, sagt der gebürtige Dahler. Und heute, als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Franzius-Institut für Wasserbau und Küsteningenieurwesen der Universität Hannover, beschäftigt er unter anderem sich mit der Tsunami-Forschung.

Gerade hat der 32-Jährige seine Dissertation geschrieben – das Thema: lange Wellen. Dazu veranlasst hat ihn ein dreijähriges Tsunami-Forschungsprojekt für die indonesische Hafenstadt Padang. Dort leben rund eine Million Menschen an der Küste. Goseberg und seine Kollegen reisten für insgesamt acht Wochen nach Padang, um Wassertiefen und Oberflächenbeschaffenheiten zu messen. Sie erstellten Seebodenkarten und berechneten anhand von Modellen das Ausbreiten der Welle. Es ging um das Risiko der letzten Meile (Fachausdruck: last mile). Das ist der Bereich bis die Welle auf die Bevölkerung trifft. Beteiligt waren auch Sozioökonomen, Fachleute aus der Luft- und Raumfahrt und Evakuierungsplaner. Die Ergebnisse wurden visualisiert, das daraus entstandene Computerprogramm wurde den Indonesiern übergeben. „Das ist nicht in irgendeiner Schublade verschwunden, sondern dient real dazu, die Gefährdungslage durch einen möglichen Tsunami in Padang zu verbessern“, sagt Goseberg.

Auch wenn er jetzt seinen Doktortitel in der Tasche hat, will der 32-Jährige vorerst am Institut bleiben. „Ich möchte dort als Akademischer Rat – früher: Oberingenieur – arbeiten. So habe ich die Möglichkeit, noch viele andere Dinge zu sehen und zu forschen“, so Nils Goseberg. ▪ Von Ilka Kremer

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