Dr. Frank Leienbach rät zur vorbeugenden Impfung / Wirksamen Schutz aufbauen

Kleiner Piks gegen Grippe

Doktor Frank Leienbach in seiner Praxis an der Kirchstraße vor einem Kunstwerk. Es zeigt einen Apfel – für ihn so ein bisschen Sinnbild von Gesundheit und Wohlbefinden. Der Mediziner rät in diesem Herbst erneut zur Grippeschutzimpfung. Foto: Bonnekoh

Altena -   Mit dem Herbst beginnt die Grippesaison. Der beste Schutz gegen diese teilweise schwer verlaufende Infektionskrankheit ist die Grippeschutzimpfung. Unsere Zeitung sprach dazu mit dem Altenaer Allgemeinmediziner Dr. Frank Leienbach: „Die Impfung schützt für neun bis zwölf Monate. Die Erreger verändern sich jedes Jahr. Daher muss die Impfung jährlich, am besten im Herbst, wiederholt werden.“

Nach der Impfung dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis der Schutz aufgebaut ist, erklärt Dr. Frank Leienbach. Die Ständige Impfkommission (STIKO), so erläutert er, empfiehlt die Grippeimpfung für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr. Sinn mache es aber auch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an einer chronischen Krankheit litten, und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Der Altenaer Arzt rät seit vielen Jahren auch Bewohnern von Alten-- oder Pflegeheimen zum vorbeugenden Impfschutz. Darüberhinaus sagt er: „Medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sind einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Sie sollten sich ebenso impfen lassen wie Personen, die von ihnen betreute Risikopersonen anstecken könnten.“

„Nach einer Impfung bin ich erst recht krank geworden“. Immer wieder hört auch Dr. Frank Leienbach solche Äußerungen. Dazu sagt der erfahrene Mediziner: „Man sollte generell zwischen einer echten Grippe und einer Erkältung unterscheiden.“ Das werde immer wieder verwechselt, ja durch einander gekegelt. Denn: „Die echte Grippe kann wesentlich unangenehmer verlaufen als eine Erkältung. Sie kann sogar bis zum Tod führen.“ Obwohl sich die Symptome ähneln könnten, unterschieden sich Verlauf und Schwere der Erkrankung deutlich. Charakteristisch für die echte Grippe (Influenza) sei ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber über 38,5 Grad Celsius und typische Symptome wie Halsschmerzen, trockener Reizhusten und heftige Kopf-, Muskel- und/oder Gliederschmerzen. Schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen einer Grippe-Erkrankung, zum Beispiel eine Lungenentzündung, stellten vor allem für Personen mit Grunderkrankungen und Ältere ein hohes Risiko dar.

Im aktuellen Impfstoff gegen Grippe ist heute eine Komponente enthalten, die sogar gegen die sogenannte Schweinegrippe (Neue Grippe) schützt, die vor Jahren in Deutschland grassierte. Eine spezielle Schweinegrippe-Impfung ist dadurch nicht mehr nötig.

Leienbach unterscheidet noch einmal: „Die Grippeimpfung schützt nur vor der echten Virusgrippe: Andere Krankheitserreger können ähnliche Erkrankungen – nämlich die klassische „Erkältung“ oder den „grippalen Infekte“ – hervorrufen. Daher kann es vorkommen, dass Menschen trotz einer Grippeschutzimpfung grippeähnliche Beschwerden haben. Deren Ursache ist dann jedoch nicht die Influenza.“

Die Grippeimpfung erfolgt im Allgemeinen über eine Spritze. Der Impfstoff gegen Grippe besteht aus Bruchstücken von abgetöteten Viren, gegen die der menschliche Körper nach der Impfung sogenannte Antikörper bildet. Antikörper sind Eiweiße, die das Immunsystem bildet, um die Grippeviren abzuwehren.

Die Impfung selbst ist im Allgemeinen gut verträglich. Leienbach: „Innerhalb von einem bis drei Tagen nach der Impfung kann es zu Nebenwirkungen wie leichten Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle kommen.“ Auch Allgemeinsymptome wie Fieber, Frösteln, Übelkeit, Unwohlsein, Müdigkeit, Schwitzen, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen können vorübergehend auftreten. Sie klingen aber rasch und folgenlos wieder ab.“

Die Kosten für den kleinen Piks übernimmt die Krankenkasse. Deshalb ist es Dr. Frank Leienbach auch nicht ganz verständlich, warum es zurzeit eine Art Impfmüdigkeit gibt. „Vielleicht“, so orakelt er, „liegt das daran, dass wir in Deutschland, aber auch konkret in Altena, schon lange keine Epidemie mehr hatten. In solchen Notsituationen sind die Menschen viel sensibilisierter.“

Noch einmal appelliert der Arzt: „Immer wieder hört man Menschen sagen: ,Grippeimpfung? Die brauche ich nicht! Mein Körper wird mit einer Erkältung schon fertig.’ Ich wiederhole: Eine Grippe und eine Erkältung sind nicht dasselbe! Wirksamen Schutz bietet nur eine vorbeugende Impfung.“

von Johannes Bonnekoh

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