Grennigloher Weg: Bewohner kommen zurück / Großer Dank an Helfer

Sonntägliche Menschenkette

Auch viele junge Leute, wie hier im Bild Franziska Hollstein (links) , sind früh aufgestanden, um am Grennigloher Weg zu helfen.
+
Auch viele junge Leute, wie hier im Bild Franziska Hollstein (links) , sind früh aufgestanden, um am Grennigloher Weg zu helfen.

Eine Menschenkette gab es am Sonntag (1. August) am Grennigloher Weg. Helfer und Bewohner nahmen sich den Bergen von Sperrmüll an, transportierten diesen von Hand zu Hand weg. 

Altena – Das Hochwasser vor knapp drei Wochen hat den Grennigloher Weg mit am stärksten getroffen. Viele Bewohner haben in den Wasser- und Schlammmassen alles verloren. Ganze Einrichtungen sind hinüber. Am Tag der Katastrophe – Mittwoch, 14. Juli – musste der Weg evakuiert werden. Nach und nach kommen die Bewohner nun zurück.

Flatterband an Bügelbrett

Anwohner Gustav-Adolf Hülle wirft einen Blick auf die Geröllmassen ganz oben am Grennigloher Weg. Meterhoch türmen sich Schlamm und Steine. Davor stehen Autos im Dreck. Er zeigt den kleinen Bach, der jetzt ganz unscheinbar hinter den Häusern vor sich hinplätschert. Beim Hochwasser entwickelte sich dieses Gewässer zu einem reißenden Strom, hat tonnenweise Schlamm und Geröll mitgerissen. „Die Wassermassen sind über die Straße geflossen“, erzählt er am Samstagabend. An einer Stelle hat das Wasser die Straße weggebrochen. Hier wurden am Samstag Steine gesetzt – als Grundlage, um diese wieder herzustellen. Das Flatterband ist an einer Stelle an einem Bügelbrett befestigt. An genau der Stelle haben die Wassermassen auch eine Treppe weggesprengt und liefen von da direkt an den Häusern vorbei.

Hülle wohnt mit seiner Frau in einem der unteren Häuser. „Wir haben wahnsinnig viel Glück gehabt“, erzählt er. 15 bis 20 Zentimeter habe das Wasser bei ihnen gestanden. Die Schäden hielten sich in Grenzen. Seit gut zwei Wochen können die beiden wieder zuhause wohnen. Drei Tage hatten sie davor im Bergheim in Mühlenrahmede übernachtet, wie auch viele Nachbarn. „Das war fantastisch, wie wir aufgenommen wurden“, ist er dankbar.

„Hochachtung vor diesen jungen Leuten“

Ein ganz großes Lob spricht er den vielen Helfern aus. Teilweise kamen hunderte Freiwillige, angereist aus ganz Deutschland. Hülle: „Hochachtung vor diesen jungen Leuten!“ Und eben diese Helfer waren auch am Sonntag da, bildeten eine Menschenkette, um den Sperrmüll wegzuschaffen.

Weiter oben wohnen Danny und Nicole Lipinski. „Das ist die erste Nacht zuhause“, sagen sie am Samstagabend. „Wir hatten Heimweh.“ Das Hochwasser hatte ihr Haus voll erwischt und großen Schaden angerichtet. Erst vor drei Jahren hatten sie es gekauft, waren mit den Sanierungsarbeiten fertig, wollten draußen loslegen. Dann kam das Hochwasser.

Hinter ihnen liegen jetzt zweieinhalb Wochen harte Arbeit. Jeden Tag waren sie am Grennigloher Weg, haben aufgeräumt, gerettet, was gerettet werden konnte. Von morgens bis abends. Nun sei das Haus wieder halbwegs bewohnbar.

Geröllberge teilweise meterhoch

Dabei sind am Samstag auch Mike Stirler und Silke Tennhard aus der Nachbarschaft. Sofort fällt auf: Den Humor hat hier keiner verloren. „Leute, die zwei Tüten Steine mitnehmen, sind immer gern gesehen“, sagt Danny Lipinski. Wie bei vielen Nachbarn sind hinter seinem Haus riesige Geröllberge zu sehen, teilweise meterhoch. Am Samstagabend liefen die Vorbereitungen für die Sperrmüll-Aktion am Sonntag. Eine beeindruckende Aktion. Apropos Hilfe: Alle danken den Helfern. „Ohne sie wären wir nicht so weit“, ist überall zu hören. Klarer Fall: Die vielen Freiwilligen müssen etwas trinken. Gut und gerne geht Krombacher. Das sorgt allerdings für durchaus interessante Folgen in Altena. „Das Bier in Getränkemärkten ist ausverkauft“, erzählt ein Anwohner, der am Samstag noch welches kaufen wollte. „Es ist nichts mehr zu kriegen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare