Lokomotive "Carl" dampft aus dem Tunnel

Toll gemacht: Der Lüdenscheider Graffiti-Künstler Yves Thome sprühte „Carl“ auf jenes Garagentor, das heute den ehemaligen Kleinbahntunnel verschließt. -  Foto: Keim

ALTENA  - Staunende Blicke gibt es derzeit von Autofahrern und Passanten in der unteren Rahmede. Ganz in der Nähe der früheren Sparkassenfiliale scheint auf Höhe der Firma Klincke die Lokomotive „Carl“ unter Dampf aus dem ehemaligen Tunnel der KAE (Kreis Altenaer Eisenbahn) herauszufahren.

Von Thomas Keim

Das Graffiti, das in diesem Fall sicherlich besser als „Streetart“ (Straßenkunst) bezeichnet wird, ist ein Geschenk, das sich die Familien Witt, Wolf sowie Silke und Marco Gerber zum 60. Geburtstag von Barbara Göhlmann ausgedacht haben. Sie ist Eigentümerin des Grundstücks, durch das der Tunnel verläuft, und der darüber gelegenen Kickstein-Villa - und natürlich ein Fan von Carl.

Für die Ausführung der Sprayarbeiten konnte der Lüdenscheider Graffiti-Künstler Yves Thome gewonnen werden. Er brauchte rund fünf Stunden, um Carl auf dem Garagentor abzubilden, das den früheren Tunnel heute in Richtung Breitenhagen verschließt. Die Resonanz auf das neue Stück Straßenkunst sei auf jeden Fall groß, berichtet Silke Gerber, eine Tochter Barbara Göhlmanns: „Es halten viele Autofahrer an, um sich das mal anzusehen.“

Die Idee, die Schnurre-Lokomotive wieder auf die Schienen zu setzen, wurde bei einem Ortstermin geboren, weil der Tunnel in die Denkmalschutzliste eingetragen werden soll. „Wenn das schon ein Denkmal werden sollte, dann wollten wir es auch schön machen“, sagt Silke Gerber über die Initiative. Ihre Mutter habe sich auf jeden Fall sehr über das Geschenk gefreut. Carl und seine Kollegen waren bis 1961 täglich in der Rahmede unterwegs.

Die KAE und der Kleinbahnbetrieb zwischen Altena und Lüdenscheid sind übrigens auch morgen wieder Thema. Dann wird im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Am Stockey um 19.30 Uhr der Film „Mit der Schnurre durchs Rahmedetal“ gezeigt. Interessenten sind herzlich willkommen.

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