Goldener Meisterbrief für Tischler Gerd Steuber

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Seinen gerahmten goldenen Meisterbrief und den seines Vaters Albrecht hat der Tischlermeister Gerd Steuber für das Foto gerne von ihren angestammten Plätzen über der Treppe geholt.

Altena -  Seinen goldenen Meisterbrief hat kürzlich der Evingser Tischlermeister Gerd Steuber von der Handwerkskammer Südwestfalen verliehen bekommen. Die Urkunde hängt jetzt über der Treppe in seinem Haus an der Springer Straße. In einer Reihe mit den Urkunden seines Vaters Albrecht, des Großvaters Hugo und des Urgroßvaters Hermann – sie alle waren Tischlermeister.

Das Unternehmen Steuber wurde bereits im Jahr 1884 von Hermann Steuber gegründet. „Mein Vater hat sogar noch den diamantenen Meisterbrief erhalten“, berichtet der 77-jährige Gerd Steuber stolz, während er auf die Urkunden blickt. Die erzählen nämlich ein ganzes Stück Familiengeschichte und zeugen von einer über mehr als ein Jahrhundert aufrechterhaltenen Handwerkstradition innerhalb der Familie.

Dass er damals nach dem Besuch der Volksschule ebenfalls den Tischlerberuf erlernen würde, sei keine Frage gewesen. „Das lag nahe. Schließlich brauchte das Unternehmen einen Nachfolger.“ Am 27. Mai 1964 legte Gerd Steuber schließlich die Meisterprüfung ab. Im Jahr 1965 übernahm er das Unternehmen von seinem Vater Albrecht.

Seit 61 Jahren fertigt Gerd Steuber den Schützenvogel für die Evingser Schützen, in 2014 noch restaurierte er zusammen mit seinem Sohn eine mehr als 200 Jahre alte Haustür für dessen Haus, zu Weihnachten gibt es immer Sterne, Kerzenhalter und andere Deko-Artikel aus Holz. Blickt man sich in dem Haus an der Springer Straße um, erkennt man, dass dort alles selbst gefertigt ist. „Türen, Möbel, Wandverkleidungen, Lampen und natürlich auch die Sauna – alles selbst gemacht“, erzählt der Tischlermeister beim Rundgang. Im Flur steht eine fein gearbeitete Truhe, die er seiner inzwischen verstorbenen Frau vor Jahrzehnten zur Verlobung geschenkt hatte.

Chef des Unternehmens ist der Evingser nach wie vor, hat sich aber etwas zurückgezogen – „jetzt ist die Arbeit mit dem Holz hauptsächlich Hobby. Vor allem Schnitzen mache ich gerne“, so der Meister. „Und ein Bekannter fragte mich neulich noch ,Gerd, woher nimmst du all die Ideen’?“

Doch nicht nur in der Werkstatt gibt es viel zu tun. Einen Sohn und eine Tochter hat der Tischler und vier Enkelsöhne im Alter zwischen sieben und 19 Jahren.

35 Jahre lang hat Steuber im Vorstand des TS Evingsen mitgewirkt, ist jetzt Präsident der Alten Herren. Außerdem kümmert sich der Tischler ehrenamtlich um alte und kranke Menschen.

Von Kristina Köller

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