Goldankauf boomt zur Zeit

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Ulrike Betzler-Hüttemeister in ihrer Werkstatt.

ALTENA - Das breite Goldarmband war Omas ganzer Stolz. Jetzt liegt das Erbstück schon lange in der Schublade. Keiner mag es mehr tragen. Denn auch Schmuck kommt aus der Mode. Da lohnt es, zu überlegen, sich von diesem Erb-Schmuck zu trennen. Denn Gold steht derzeit hoch im Kurs.

„Zur Zeit verzeichne ich eine Art Boom, alten Schmuck, Uhren, Zahngold und anderes Altgold anzukaufen“, sagt Ulrike Betzler-Hüttemeister. Bei ihr geben sich in den letzten Wochen und Monaten fast stündlich die Kunden die Klinke in die Hand. Es seien nicht so sehr Geldnöte, die ausschlaggebend seien, Gold schätzen zu lassen und dann zu verkaufen: „Sehen Sie: Wie alles im Leben, ist auch Schmuck einer gewissen Mode unterworfen. Und was vor 50, 60 Jahren todschick war, ist es heute meistens nicht mehr.“ Erbstücke seien zwar meist mit vielen Erinnerungen behaftet, aber allein in der Schublade erfüllten sie nun auch nicht ihren Zweck.

Ulrike Betzler-Hüttemeister berät die Kunden freundlich, entfernt zum Beispiel aus Ketten, Armbändern oder Anhängern Edel- oder Halbedelsteine und schickt dann das Geschmeide zur Scheideanstalt, die auf die Rückgewinnung von Edelmetallen spezialisiert ist. „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dieser Fachstelle zusammen“, sagt die Juwelierin aus der Lennestraße.Selbst wird in Altena kaum ein Edelmetall eingeschmolzen.

Die erfahrene Juwelierin rät, bei Verkaufsabsichten wachsam zu sein. Denn wer nicht vergleiche, der könne oft mit deutlich weniger Geld abgespeist werden, als eigentlich möglich wäre. „Man sollte sich im Vorfeld über die Goldpreise im Internet informieren“, meint auch Sascha Straub von der Verbraucherzentrale. Das sei neben den Stempeln 585, 333 oder 750, die den Goldanteil des Stückes deutlich deklarierten, eine kleine Hilfe beim Verhandeln.

Für Ulrike Betzler-Hüttemeister sind diese Geschäfte, wie viele in ihrem Traditionshaus, „natürlich in erster Linie eine Sache des Vertrauens.“ Und so sieht sie in diesen Tagen schon mal „Schmuck wieder, den ich vor 30, 40 Jahren selbst verkauft habe.“ Der Verkaufserlös wird nicht selten in neuen Schmuck investiert. vonJohannes Bonnekoh

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