Altenas Aushängeschild

Zahn der Zeit nagt an der Jugendherberge

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Die Glocke thront über dem westlichen Gebäudeteil der Jugendherberge.

ALTENA ▪ Bei den Erneuerungsarbeiten am Dach der Jugendherberge auf der Burg ist aufgefallen, dass nicht nur die Dachhaut vom Zahn der Zeit schwer gezeichnet ist. Es hat auch eine Glocke „erwischt“, die im westlichen Teil des Gebäudes untergebracht ist.

Sie stammt aus der Fertigung des so genannten „Bochumer Vereins“, ein Montankonzern, der unter anderem auf den Guss von Stahlglocken spezialisiert war. Durch Korrosion haben sich Löcher in der Glocke gebildet. Derzeit werden Überlegungen angestellt ob und wie die Glocke ersetzt werden kann.

Aus den Beständen des Burgmuseums ist das möglicherweise nicht möglich, erklärt die stellvertretende Leiterin Bernadette Lange. Dort finden sich zwei Glocken. Eine davon aber scheidet als Original aus der Burgkapelle wegen ihres hohen historischen Wertes aus. Ob das zweite Exemplar in Frage kommt, soll in einem Gespräch mit einem Glockenfachmann des Landschaftsverbandes erörtert werden.

Diese Glocke könne nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn sie keine regionalgeschichtliche Bedeutung habe, so Bernadette Lange weiter. Auf die Arbeiten zur Dacherneuerung der Jugendherberge habe die Glockenfrage keinen Einfluss, heißt es beim Märkischen Kreis. Der Glockenstuhl und die Glocke sollen im kommenden Jahr erneuert werden.

Interessant ist, dass niemand sagen kann, zu welchem Zweck diese Glocke einmal genutzt wurde. „Ich kann da auch nur im Nebel stochern“, meint Bernadette Lange. Möglicherweise habe man die Glocke geläutet, um Herbergsgäste zu den Mahlzeiten zu rufen – oder auch, um sie zu wecken oder den Beginn der Nachtruhe anzukündigen. Vielleicht kann ja ein Leser des AK die Frage beantworten, welchen Zweck die Glocke der Jugendherberge einmal hatte?

An der Burg waren kürzlich wieder Gerüste montiert worden. Das erinnerte an die 2009 abgeschlossen Sanierungsmaßnahmen in großem Stil – das Vorhaben soll insgesamt jedoch einige Nummern kleiner ausfallen, und das auch finanziell. Rund 140 000 Euro wird der Kreis in die Hand nehmen, um die Jugendherberge wieder wasserdicht zu machen. ▪ Thomas Keim

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