Gleitschirmflieger im „Wintertraining“

Die ganz große Freiheit

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Frei zu sein wie ein Vogel – genau das ist es, was auch Lukas Schmellenkamp so begeistert am Gleitschirmfliegen.

In Zeiten, in denen soziale Kontakte reduziert werden müssen, Gaststätten, Bäder, Museen, Kinos oder Sportstätten geschlossen und viele Freizeitveranstaltungen wegen des Teil-Lockdowns nicht möglich sind, genießen einige Gleitschirmflieger des Aero-Club Altena-Hegenscheid in diesem Spätherbst und bevorstehenden Winter die große Freiheit, wenn sie für Minuten oder gar Stunden über dem Lennetal gleiten. „Es ist das totale Abenteuer. Einfach unfassbar schön“, sagt Lukas Schmellenkamp, der in den vergangenen Tagen mit mehreren Vereinsfreunden über der Burgstadt wieder seine Runden drehte. Frei wie ein Vogel.

Altena - „Über die Wälder, Wiesen, die Lenne oder die Burg zu fliegen, das ist einfach nur genial. Gerade in Zeiten, in denen alles irgendwie reglementiert ist. Das Ungewisse – stimmt die Thermik, wie weit fliegst du heute – das hat einen großen Reiz. Von diesem Hobby bin ich begeistert ohne Ende. Meine Leidenschaft ist das Streckenfliegen“, sagt Lukas Schmellenkamp. Der Zimmerer- und Dachdeckermeister aus Herscheid ist seit 2018 begeisterter Paraglider und Mitglied des Aero-Club Altena-Hegenscheid, bei dem das „Leistungsniveau sehr hoch“ sei. „Wir sind Thermikflieger. Die Thermik-Saison, so kann man es sagen, geht bis Ende September. Was wir hier jetzt machen, das ist Wintertraining, um nicht aus der Übung zu kommen“, betont der 40-Jährige, der sich auch am Sonntag und Montag wieder vom Wixberg aus in die Lüfte machte. „Ich bin immer am Start, wenn es die Zeit und die Bedingungen zulassen. In diesem Jahr hatte ich mehr als 60 Starts allein im Lennetal. Das jetzige Wintertraining ist Spaß an der Freude“, so Schmellenkamp.

Am Montag landete Lukas Schmellenkamp auf dem Ascheplatz an der Sauerlandhalle.

Der ganz große Spaß kam bei dem Herscheider und seinem Vereinskameraden Frederik Wagner am Montagnachmittag nicht auf. „Die Thermik war nicht gut, deshalb sind wir auch auf unserem Absauflandeplatz gelandet. So bezeichnen wir den Ascheplatz hier an der Sauerlandhalle. Normalerweise landen wir wieder oben am Wixberg auf den Wiesen“, lacht der 40-Jährige, „heute war ich nur 21 Minuten in der Luft. Das ist gar nichts. Aber wir hatten keinen Aufwind, sind quasi abgesoffen. Wir wollten eineinhalb Stunden eher und vor der Abschattung durch die Wolken starten, aber es kam etwas dazwischen.“

Von diesem Hobby bin ich begeistert ohne Ende. Meine Leidenschaft ist das Streckenfliegen.

Lukas Schmellenkamp

Wesentlich besser waren die Bedingungen in der vergangenen Woche, als 15 bis 20 Gleitschirmflieger über der Burgstadt zu sehen waren – und deutlich länger über die Stadt flogen als Schmellenkamp und Wagner am Montag. Auch unter den Wolken kann die Freiheit im Spätherbst noch grenzenlos sein. „Im Sommer“, sagt Schmellenkamp, „machen wir richtig Strecke, können wir 100 Kilometer und mehr zurücklegen. Das ist der Hammer.“ Die Begeisterung sprudelt aus dem Zimmerer- und Dachdeckermeister nur so heraus, das Gleitschirmfliegen, das immer auch ein Risiko birgt, ist trotz des hohen Zeitaufwandes zu seiner großen Leidenschaft geworden. Umso bitterer war es für Schmellenkamp und seine Vereinskameraden, dass das Gleitschirmfliegen wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr nicht erlaubt war. „Im März, April und Mai herrschte Flugverbot. Das war extrem bitter, weil es super Monate sind fürs Paragliding und wir extrem gutes Wetter hatten.“

Vom Wixberg aus den Gleitschirm aufzuspannen und über Altena in die Luft zu gehen, so sagt es der Herscheider, „ist bei Südwind ideal. Bei Westwind ist es in Nachrodt besser, bei Nordwind in Werdohl.“ Sobald die Bedingungen wieder gut sind und es die Zeit zulässt, wird Schmellenkamp sicherlich mit dem einen oder anderen Vereinskameraden wieder seinen Schirm aufspannen und über das Lennetal gleiten. Kälte hin, Kälte her. Auf diese Freiheit gerade in diesen schwierigen Zeiten möchte er nicht verzichten...

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