Glasfenster-Restauration: Mit Spezialkleber und Lötkolben

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Von links: Die Restauratorinnen Sandra Williger und Gerlinde Möhrle, Spender Ralf Schelberger und Peter Brunswicker von der Märkischen Kulturstiftung Burg Altena bestaunen eines der zwölf restaurierten Glasfenster. - Foto: Kirsch

Altena - Mit feinsten Pinseln, Lötkolben und speziellem Glaskleber haben zwei Restauratorinnen zwölf Glasfenster, die in den Museen der Burg Altena auf den Fensterflügeln im Raum „Leben im Luxus“ angebracht sind, wieder Instand gesetzt.

Seit Mai haben Gerlinde Möhrle und Sandra Williger die zwölf Fenster in ihrem Atelier in Köln bearbeitet. „Auf dem Glas sind Wappen von Familien aus Westfalen aus dem 17. Jahrhundert zu sehen“, erklärt Holger Lüders, Restaurator der Burg Altena. In den 1920-er Jahren hat die Burg Altena sie erworben. Die Märkische Kulturstiftung Burg Altena hat das Projekt finanziert.

Ralf Schelberger aus Iserlohn hat schon in der Vergangenheit durch seine Spenden die Restaurierung von Kunstobjekten ermöglicht. Nun haben er und seine Frau Renate mit rund 2500 Euro dieses Projekt finanziert. Er wollte helfen, etwas in der Nähe zu restaurieren und hat sich für die Burg Altena entschieden, so Schelberger.

Damals habe er aus einer Art Katalog auswählen können, welche Arbeiten dringend verrichtet werden müssten und woran er sich beteiligen möchte. Seit vielen Jahren überweist er dafür regelmäßig Geld an die Kulturstiftung. „Mir gehört schon ein Ledersessel und ein Quadratmeter des Burghofes“, erzählt Schelberger.

Bei solchen Spenden gehe es in erster Linie darum, dass sich Menschen mit Interesse einbringen können und ihren Beitrag leisten. Wer mag, bekommt hinterher ein Schild mit Namen und Danksagung, das in der Nähe der restaurierten Objekte aufgehängt wird, sodass auch Museumsbesucher nachvollziehen können, wie die Arbeiten entstanden sind.

Um feine Risse oder Kratzer auf dem Glasfenster besser sehen zu können, werden sie von Scheinwerfern angestrahlt.

Viele der bearbeiteten Glasfenster sind bereits in der Vergangenheit gerissen und wurden – nach dem Stand der damaligen Technik – mit Sprungblei behandelt. Zwischen den feinen Malereien befanden sich also jahrelang dicke, dunkle Bleistreben, die teils das Gesamtbild verdeckten, erklärten die Restauratorinnen.

Diese wurden ausgelötet, dann wurde das Glas gereinigt, ausgerichtet und verklebt. Der spezielle Glaskleber wurde eingefärbt und die Stellen mit einem feinen Pinsel in den jeweiligen Farben bemalt. Das klappte jedoch nur bei glatten Bruchstellen. Sobald sich Rissen bilden, werden diese beim Kleben sichtbar, so Williger. Da die Gläser früher als Außenfenster dienten, waren auch saurer Regen, Dreck und Tauwasser mit Schuld, dass die Risse trotz Kleber zum Teil noch sichtbar sind.

Der Zustand der Glasfenster wurden vor der Restaurierung fotografisch festgehalten, eingescannt und auch unter dem Mikroskop betrachtet. So können die Arbeiten genau nachvollzogen werden. Probleme hatten die beiden Kölnerinnen nicht, die Fenster wieder in einen guten Zustand zu bringen. Sie haben vor allem darauf geachtet, dass das Original beibehalten wird. Alle zwölf Fenster haben noch einen neuen Messingrahmen bekommen. Am Dienstag werden die letzten Gläser in die Fenster eingesetzt und können beim nächsten Museumsbesuch bestaunt werden.

Von Nathalie Kirsch

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