Glanzvoller Auftakt des Schützenfestes

Julia Lüling und Thomas Roberg am Abend im Bungern. Es war eine der letzten Amtshandlungen des Königspaares.

ALTENA ▪ Dieses Jahr hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Altenaer Schützen: Pünktlich zum Beginn des ersten großen Festzuges im Jahr 2012 schob er am heutigen Donnerstag die Regenwolken beiseite und ließ – wenn auch verhalten - die Sonne scheinen.

Schon an den Stadtwerken zeigte sich, dass es wieder eine große Beteiligung am Fest der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft geben würde und dass die Schützen in Feierlaune sind. „Das kann doch kleine tote Stadt sein“, sagte Hauptmann Klaus Knipping wenig später bei seiner ersten Ansprache im Bungern angesichts der vielen Schützen und hunderter von Schaulustigen.

Nicht zu enden schien der Zug der Schützen, der sich zunächst in Richtung Kölscher Joe in Bewegung setzte, wo die traditionelle Bierpause (bei der natürlich auch nicht alkoholische Getränke gereicht wurden) eingelegt wurde. Die Vorräte reichten so gerade eben. Horst Kensmann war es, der dann eine einst vom verstorbenen Ehrenscheffen Fritz Finkernagel begründete Tradition fortsetzte: Er dirigierte die zehn Kapellen, die den Festzug begleiteten, zu „Preußens Gloria“.

Leicht verändert war die Route vom Kölschen Joe zum Bungern. Die Schützen gingen geradeaus über den Sparkassen-Kreisel und bogen erst in Höhe von ehemals Blumen Risse in die Lennestraße ein. Begleitet und abgesichert wurde der Umzug von Altenaer Polizeibeamten und dem Ordnungsamt. Der Schützenfest-Unfall in Menden und die Katastrophe bei der Love-Parade sind verantwortlich dafür, dass bei diesem Fest besonders strenge Auflagen gelten. Die Sicherheitskräfte sorgten unaufgeregt-professionell dafür, dass sie auch eingehalten werden.

Fotogalerie zum Schützenfest:

Schützenfest in Altena 2012 - Festauftakt am Donnerstag

Der Einmarsch der fünf Kompanien in den Bungern war ein Ereignis, das sich einige hundert Schaulustige nicht entgehen lassen wollten. Wieder einmal staunten sie darüber, dass die Menge der Schützen so gerade eben auf den Platz passte. Auf dem Podium zu Fuße des Hauses der Schützengesellschaft nahmen Vorstand, Ehrenscheffen und die Versetaler sowie der Tambourcorps Dahle Aufstellung – und natürlich Thomas Roberg und Julia Lüling. Für das amtierende Königspaar war es eine der letzten Amtshandlungen: Beim Königsschießen am Freitag wird sich herausstellen, wer die Nachfolger sein werden.

Der Schützenfestauftakt stand auch im Zeichen eines Jubiläums: Die ältere der beiden Schützenfahnen wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Sie wurde aus diesem Anlass neben ihrer 2006 geweihten Nachfolgerin in den Bungern getragen. Diese Aufgabe übernahmen die von Peter Wilm Schmidt geleiteten Fähnriche. Knipping wies auf die besondere Bedeutung der Fahne als Sinnbild für die Einheit der Schützen hin – ein Gedanke, der sich auch bildlich wiederfindet. Die Fahne zeigt einen Adler, der eine Gänseherde anzugreifen sucht und dabei scheitert, weil die scheinbar Unterlegenen fest zusammenstehen.

Abschließend spielten Versetaler und der Tambourcorps Dahle zum Großen Zapfenstreich auf. Nach diesem festlichen Programmpunkt ging's zum ersten Mal ins Zelt – aber natürlich nicht, ohne dass Spieß Dirk Himmelmann die Schützen richtig angepfiffen hätte. „Seid ihr denn schon unterhopft“, schimpfte er angesichts der spürbaren Unruhe in den Kompanien. Die hatte allerdings einen Grund: „So ein Zelt hat es im Sauerland noch nicht gegeben“, versprach Knipping seinen Leuten. - Thomas Bender

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