Gießkannen-Klau wird Pfarrei zu bunt: Sie setzt auf kuriose Abschreckung

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Die neuen Gießkannen präsentiert Dietmar Flusche.

Altena – Immer wieder verschwinden Gießkannen vom Friedhof Breitenhagen. Darum hat die Pfarrei St. Matthäus nun vorgesorgt. Die neuen Kannen traut sich wohl kein Dieb zu klauen.

„Die Farbe unserer neuen Gießkannen ist wohl einzigartig in Altena. Wir haben eine Liturgiefarbe dafür gewählt.“ Dietmar Flusche, zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Matthäus, lächelt. „Wer jetzt mit diesen Kannen über den Breitenhagen läuft, wäre wohl ertappt“, fügt er an. Ertappt beim Gießkannendiebstahl. 

Denn mit dem hatte die Großgemeinde in den vergangenen Jahren viel zu tun. „Immer wieder sind die Kannen mitgenommen worden. Vielleicht aus Bequemlich- oder Gedankenlosigkeit. Ich weiß es nicht. Als die Klagen zu groß wurden, haben wir uns entschlossen, diesen Farbweg zu gehen. Ob es letzten Endes etwas bringt, werden wir sehen“, sagt Flusche. 

Neues Urnenfeld mit kleinen Gräbern

Er ist im Kirchenvorstand seit vielen Jahren der Fachmann für die verschiedenen Friedhöfe, die St. Matthäus als Träger betreibt. „Wissen Sie, die Bestattungskultur hat sich sehr geändert und tut es noch. Deshalb haben wir hier am Breitenhagen auch ein neues Urnengrabfeld angelegt. Der Trend geht eindeutig in diese Richtung. "Wir haben uns bewusst für sehr kleine Grabstätten entschieden. Das hält den Pflegeaufwand deutlich in Grenzen. Allerdings sind dann auch keine großen Grabplatten mehr möglich. Diesen Kompromiss mussten wir eingehen“, sagt der 70-Jährige. 

"Warmer Popo allein hilft nicht"

Weil es immer wieder Klagen gab, dass die Friedhofskapelle besonders in den Herbst- und Wintermonaten zu kalt sei, handelte St. Matthäus jetzt auch hier. „Wir haben eine neue Raumheizung installieren lassen. Die basiert auf einer Gasversorgung. So können wir sicherstellen, dass der Raum bei Trauerfeiern wirklich durchgeheizt ist.“ Bisher setzte St. Matthäus am Breitenhagen nur auf Sitzheizungen an den Bänken. „Ein warmer Popo ist zwar gut und schön, aber wenn man sonst durchgefroren ist, bringt das auch nichts“, sagt Flusche. 

Der neue Gastank.

Was St. Matthäus dafür investiert hat, will er nicht sagen. Nur so viel: „Sie wissen ja, der Friedhof, und nicht nur dieser, bleibt unser großes Sorgenkind. Wir verfügen am Breitenhagen noch über Rücklagen und mussten für die Investition keine neuen Schulden machen.“

Geländer für die Sicherheit 

Auch das Thema Sicherheit ist im stark ansteigenden Gelände verbessert worden. „Viele Grabstätten sind nur über Treppenaufgänge zugänglich. Wir haben überall, wirklich überall, Geländer angebracht. Das dürfte besonders älteren Menschen helfen, die Gräber ihrer Angehörigen sicherer zu besuchen.“ St. Matthäus wählte als Material Edelstahl. „Das bedarf keiner besonderen Pflege und gestrichen werden muss es auch nicht."

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