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Gesperrte A45: Massive Folgen für Altenas Ortsteile    

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Von: Thomas Bender

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Hotspot ist und bleibt die Rahmede, doch die Fahrer nutzen jede Chance, dem Stau zu entkommen. Lkw-Fahrer ignorieren Verbote. Die Sperrung der A45 hat erhebliche Folgen auch für Altenas Ortsteile.

Altena – Auch am Linscheider Bach bekommt man die Auswirkungen der A 45-Sperrung bei Lüdenscheid zu spüren. Das berichtet Dagmar Richter, die seit vielen Jahren an der Ecke Linscheider Bach/Nordstraße wohnt: „Vor allem morgens und nach Feierabend ist jetzt hier deutlich mehr Verkehr“, sagt sie.

Die Ursache dafür ist in Nachrodt zu suchen: Eine Reihe von Autofahrern meidet die offizielle, chronisch überlastete Umleitungsstrecke durch Lüdenscheid und versucht, sich von dort aus in Richtung A 46 zu schlagen beziehungsweise umgekehrt von Letmathe über die B 236 und durch die Rahmede zur Auffahrt Lüdenscheid Mitte zu gelangen.

Google Maps empfiehlt steile, enge Strecke

Nur: Auf dieser Strecke behindern die marode Lennebrücke in Nachrodt und die Baustelle zur Felssicherung den Verkehr ganz massiv. Lange Staus vor allem im Berufsverkehr sind die Folgen. Teilweise stehen die Autos von Nachrodt bis in die Grüne.

Mit Tempo über den Hemecker Weg? Das sollten sich Autofahrer zweimal überlegen: An dieser Ausweichstrecke in Altena steht der Radarwagen  derzeit beinahe täglich.
Mit Tempo über den Hemecker Weg? Das sollten sich Autofahrer zweimal überlegen: An dieser Ausweichstrecke in Altena steht der Radarwagen derzeit beinahe täglich. © Thomas Bender

Online-Routenplaner wie zum Beispiel Google Maps empfehlen bei einem so hohen Verkehrsaufkommen die Strecke durchs Grüner Tal und dann über den Wixberg zum Linscheider Bach als Alternative. Mit den engen Straßen dort kommen manche Ortsfremde allerdings nicht klar. Vor allem dann nicht, wenn sie mit größeren Fahrzeugen unterwegs sind. Obwohl die Strecke für LKW gesperrt ist, verirrt sich doch der eine oder andere Lastwagen auf den Linscheider Bach.

Deutlich mehr Verkehr in Dahle und Evingsen

Oder nach Dahle und Evingsen: „Wir haben hier eine deutliche Zunahme des Verkehrs. Es fahren auch deutlich mehr LKW durch Dahle“, berichtet der Ortsvorsteher Helmar Roder. Ähnliches sagt sein für Evingsen zuständiger Kollege Thomas Schmitz: Dort wird ein höheres Verkehrsaufkommen auf der Ihmerter Straße beobachtet, vermehrt auch mit MK-fremden Kennzeichen.

Selbst am schmalen Linscheider Bach in Altena berichten Anlieger von einer Zunahme des Verkehrsaufkommens.
Selbst am schmalen Linscheider Bach in Altena berichten Anlieger von einer Zunahme des Verkehrsaufkommens. © Thomas Bender

Wer nämlich nicht nach Altena, sondern nach Werdohl oder in andere Städte des oberen Lennetals will, der kann den Nachrodter Dauerstau umfahren, indem er durch das Grüner Tal bis Ihmert fährt und dann durch Evingsen und Dahle nach Neuenrade, wo es rechts abgeht nach Werdohl. Das ist ein Umweg von etwa zehn Kilometern, den nach Roders Beobachtung viele Autofahrer gerne auf sich nehmen.

Hemecker Weg: Anwohner Hauptleidtragende

Besondere Sorge bereitet ihm, dass neuerdings LKW über den Kohlberg in Richtung Dahle fahren, was wegen des starken Gefälles vor dem „Dahler Ei“ in Höhe des Dorfplatzes verboten ist.

Trotz der Probleme im Dahle, Evingsen und im Mühlendorf: Hauptleidtragende sind und bleiben die Anwohner des Hemecker Weges, an dem der Radarwagen der Polizei inzwischen beinahe täglich steht. Weil die Kreispolizeibehörde sehr detailliert über die Ergebnisse dieser Kontrollen berichtet, lassen sich recht zuverlässige Aussagen über die Mehrbelastung der Landesstraße zwischen Rosmart und der Rahmede treffen.

Von einem auf 5,5 Autos pro Minute

In der ersten Jahreshälfte 2021 stand der Radarwagen der Polizei zehn Mal am Hemecker Weg. Am meisten Verkehr herrschte am 31. Mai: Eine Stunde und 35 Minuten wurde gemessen, 200 Fahrzeuge fuhren in diese Zeit vorbei. Das macht 1,9 Autos pro Minute, wobei natürlich berücksichtigt werden muss, dass nur in eine Richtung gemessen wird und damit etwa doppelt so viele Autos unterwegs sind. Bei den übrigen Messungen lag die Zahl der Autos deutlich niedriger. Im Schnitt fuhr ein Auto pro Minute an der Messstelle vorbei.

Dann kam der 14. Juli und damit die hochwasserbedingte Sperrung der B 236 nach Werdohl. Der Hemecker Weg bot sich als Ausweichstrecke an, die Verkehrsbelastung nahm spürbar zu – auf bis zu 2,5 Autos pro Minute, gemessen am 20. Oktober.

Lkw-Fahrer ignorieren Sperrung

Dann die Sperrung der Rahmedetalbrücke und damit der Supergau für die Anlieger des Hemecker Weges, an dem umgehend ein Halteverbot eingerichtet wurde. Die Bewohner mussten also gegenüber ihren Häusern parken – mit der Folge, dass sie anfangs kaum zu ihren Autos kamen. Bei einer Kontrolle am 15. Dezember wurden in knapp drei Stunden 1564 Fahrzeuge gezählt. Das sind 5,5 Autos pro Minute – wohlgemerkt in einer Richtung.

Eine leichte Entspannung gab es, als einen Tag vor Weihnachten die Vollsperrung der B 236 im Bereich Buchholz aufgehoben wurde und Werdohl damit wieder durchs Lennetal erreichbar war. Allerdings war der Rückgang auch den Weihnachtsferien geschuldet.

Bei Messungen am Montag (10. Januar) fuhren 2,6 Fahrzeuge pro Minute in Richtung Rosmart und anschließend 2,1 in Richtung Rahmede – gut das Doppelte dessen also, was vor dem 14. Juli üblich war. Die Polizei erwischte bei den Kontrollen am Montag zehn LKW auf der für sie gesperrten Strecke.

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