Gesicht der Kleinbahn Carl kehrt nach Altena zurück

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Abtransport: Im November 2016 wurde Carl aus Altena in die Niederlande geholt.

Altena –Seit 2016 ist die Kleinbahnlok Carl aus Altena verschwunden. Nun kehrt sie zurück - in ganz neuer Form.

Da blutete manchem Altenaer das Herz: Im November 2016 hob ein Kran die traurigen Reste der Kleinbahn Carl, die seit Jahrzehnten neben dem Bahnhof stand, auf einen Schwertransporter.Carl war verkauft worden, und zwar in die Niederlande. Eisenbahnfan Wim Pater will sie restaurieren und wieder auf die Schiene bringen. 

Den Abschied ließ sich die Stadt mit 100 000 Euro versüßen. Als der Rat dem Verkauf zustimmte, beschloss er auch, dass in der Stadt weiterhin an die Kleinbahnen erinnert werden soll: Die Front der Lok soll im Kleinbahntunnel an der Lüdenscheider Straße so inszeniert werden, dass der Anschein entsteht, Carl dampfe in Richtung Bahnhof. 

Auftrag geht an Experten

Dieses Vorhaben steht jetzt vor seiner Umsetzung. Der Rat vergab am Montagabend in nicht-öffentlicher Sitzung den Auftrag für die Rekonstruktion der Frontpartie von Carl. Er ging an die Firma Lonkwitz in Wetzlar, wo man sich mit Carl schon auskennt: Ein Schwerpunkt des Betriebes ist die Restauration alter Dampfkessel. Deshalb ist die „Maßschneiderei in Sachen Stahl und Blech“, wie der Betrieb sich selbst bezeichnet, in die Restauration der Kleinbahn eingebunden. 

Probleme mit dem Tunnel

Probleme gab es mit dem Tunnel. „Wir wussten anfangs nicht, wem der gehört“, berichtet Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Diese Frage ist inzwischen geklärt und der Tunnel in das Eigentum der Stadt übergangen. 

Die Erinnerung an Carl wird also in Altena weiterhin lebendig gehalten. Wie kaum eine Stadt sonst wurde die Burgstadt von den Schmalspurbähnchen geprägt, weil sich hier die „richtigen“ Züge der Deutschen Bahn mit denen der Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) und der Iserlohner Kreisbahn (IKB) trafen. Am Güterbahnhof konnten Eisenbahnwaggons auf sogenannte Rollböcke gehoben und zu den Firmen in der Umgebung gezogen werden. 

Letzte Kleinbahn fuhr 1964

Die dafür erforderlichen Gleise waren größtenteils mitten auf den Straßen verlegt. In Richtung Rahmede fuhr die KAE, die Dampfloks und für den Personenverkehr Dieseltriebwagen einsetzte. Sie war 1886 gegründet worden und stellte den Fahrbetrieb zwischen Altena und Lüdenscheid im Jahr 1961 ein.

Die Iserlohner Kreisbahn fuhr ab 1927 auf einer elektrifizierten Strecke durch Nette bis nach Hemer-Westig. Am 15. Dezember 1964 fuhr der letzte Zug zwischen Altena und Pleuger.

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