Geschmackstester kosten regelmäßig das Wasser

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Die Besuchergruppe wirft einen Blick auf die 26 Meter hohen Staumauer.

ALTENA - Interessante Einblicke in die Wasserversorgung der Burgstadt erhielten am Dienstagabend Mitglieder des CDU-Ortsverbandes Dahle. Sie schauten sich eines der beiden Standbeine der Altenaer Versorgung ganz genau und von innen an – die Fuelbecker Talsperre und insbesondere ihre Staumauer. 26 Meter ist sie hoch, 156 Meter misst die Mauerkrone. Von den inneren Werten und einer ausgeklügelten Überwachung des Bauwerkes konnten sich die Mitglieder der Union bei einer Führung mit Ralf Berlet überzeugen, dem technischen Leiter der Stadtwerke. Seit 1994, dem Jahr als die Stadtwerke die Sperre vom Fuelbecker Wasserverband übernahmen, steht die Anlage unter Berlets Obhut.

Um das Fassungsvermögen von rund 700 000 Kubikmetern zu veranschaulichen, hatte Berlet einen Vergleich parat: Ein ganzes Jahr lang würde die Wassermenge ausreichen, um alle Bewohner der Rahmede und des Stadtzentrums mit Wasser zu versorgen - erst dann wäre die Talsperre leer.

Wenn es um ein solches Bauwerk geht – und um ein wichtiges Gut wie Trinkwasser – dann sind regelmäßige Kontrollen notwendig und gewünscht: Einmal jährlich muss zum Beispiel ein Sicherheitsbericht beim Regierungspräsidium Arnsberg eingereicht werden, mit dem mögliche Veränderungen an der Statik der Mauer festgehalten werden.

Viel häufiger aber sind die Kontrollen der Wasserqualität an sich. 29 Mal pro Jahr wird dass Wasser im Altenaer Netz einer so genannten Standartkontrolle unterzogen und dabei mikrobiologisch (also auf Keime hin) untersucht; außerdem wird dabei der Chlorgehalt überprüft. Was viele vielleicht nicht wissen: 18 Mal pro Jahr gehen Proben des Altenaer Wassers auf die Reise zum Hygieneinstitut Gelsenkirchen. Dort wird es dann von einem Dreiergremium mit geschulten Nasen und Zungen auf Geruch und Geschmack getestet. Mit Geschmacksnoten wie „moosig“ oder „dumpfig“ kommen die Proben von dort zurück. „Chlor, Eisen oder Mangan kann man chemisch nachweisen“, erklärte Berlet der Besuchergruppe, „aber Geruch und Geschmack sind eben nicht zu standardisieren.“

Der Technische Leiter der Stadtwerke hatte auch Einzelheiten zum Bauwerk parat. Wer glaubt, dass die mächtige Mauer ganz und gar starr steht, der irrt. Mit einer präzisen Lotanlage und so genannten Messmonitoren an den inneren Mauern lassen sich kleinste Bewegungen feststellen. Bis zu 1,2 Millimeter im Jahr bewegt sich die Mauer; insbesondere bei hohen Temperaturen im Sommer. Die Bewegung vollzieht sich dann interessanterweise zur Wasserseite hin. Die Messungen werden übrigens so oft es geht immer von der gleichen Person durchgeführt. Damit sollen – obwohl das Verfahren standardisiert ist – personenbedingte Toleranzen vermieden werden. Misst im Vertretungsfall einmal ein anderer Mitarbeiter, wird das – eben zur Vermeidung von Fehlinterpretationen – im Protokoll vermerkt.

von Thomas Keim

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