Geschichte und Geschichten mit Karsten Wolfewicz

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Karsten Wolfewicz hat viele gute Ideen für Altena.

ALTENA - Atem beraubend - dieser Ausdruck trifft wohl am besten das, was Karsten Wolfewicz am Donnerstagabend den Teilnehmer der Kulturring-Jahreshauptversammlung präsentierte. Im Eiltempo reiste er mit ihnen durch den „Garten der Geschichte. So heißt eine neunteilige Veranstaltungsreihe, die er im kommenden Jahr in der Burg Holtzbrinck präsentieren wird. Seit mehr als zwei Jahren feilt er an den Details.

Es roch vernehmlich nach Polyester, als die Gäste den großen Saal der Burg Holtzbrinck betraten - das Modell jenes Schiffes, mit dem Ferdinand Magellan 1519 zur ersten Weltumrundung in See stach, war gerade erst fertig geworden. Requisiten wie diese bilden einen wichtigen Teil der geplanten Veranstaltungsreihe. Wolfewicz erzählt dort Geschichte auf die ihm eigene Art: Packend und mitreißend. Schiffe und Kreuze, einen Nachbau der Kaiserpfalz in Aachen, Schwerter und die Krone - all das (und noch viel, viel mehr) dienen ihm dazu, seine Zuhörer mitzunehmen in jene Welten, die er an den einzelnen Abenden vorstellen wird.

Belegbare Geschichte, Mythologie und Sagen werden die Bestandteile der Vorträge sein. Wolfewicz wird sie in Beziehung zueinander setzen, wird Theorien und Forschungen vorstellen und darlegen, dass sich hinter vielen Geschichten tatsächlich Geschichte verbirgt und dass diese Geschichte dann erstaunlich oft Bezüge zu Altena und seiner Umgebung hat. Adolf I. von Altena hielt in seiner Funktion als Kölner Erzbischof (und damit als ungeheuer mächtiger Mann) die Totenmesse für Kaiser Barbarossa, Wieland der Schmied könnte sein Handwerk tatsächlich im Sauerland als dem Schnittpunkt der drei wichtigen Eisenstraßen des Mittelalters erlernt haben - zwei Beispiele von all den vielen, die sich durch Wolfewicz' Vorträge ziehen werden. Zusätzlich wird er den (männlichen) Wixberg zu erklären versuchen und ihn in Beziehung setzen zum (weiblichen) Klusenberg. Viel Raum gibt er der Seefahrt. Nicht nur mit Magellan werden die Besucher der Vorträge die Ozeane überqueren, sondern auch mit den Wikingern, Kolumbus und dem Abt Brendan.

Fantastisch wird das alles werden, und das in mehrfacher Hinsicht. Fakten, Fiktionen und Erklärungsansätze verschwimmen ineinander. Das wurde schon bei der Präsentation deutlich, bei der Wolfewicz zudem wie so oft fantastisch erzählte. Fantastisch und deshalb die Fantasie anregend sind seine Dekorationen, die oft mit ganz einfachen Mitteln entstanden. Der 46-Jährige ging auch kurz auf seine Intention ein: „Dass viele Menschen plötzlich wieder lachen können“ ist für ihn ein Zeichen dafür, dass Altena mit seinen Bürgern Identität zurückgewinnt - ein Prozess, den er unterstützen will, weil er an diese Stadt glaubt und auch daran, dass der eingeschlagene Weg zur Tourismusförderung der richtige ist. Er findet, dass Altenas Geschichte es wert ist, von vielen Menschen entdeckt und erlebt zu werden.

Wie mancher überzeugter Altenaer ist Wolfewicz gar kein echter: Geboren in Iserlohn kam er erst vor vier Jahren in die Burgstadt, um hier in den Dienst der Stadt zu treten und Hausmeister der Burg Holtzbrinck und der Stadtgalerie zu werden. 25 Jahre lang war er freischaffend in Sachen Mittelalter tätig – unter anderem als Minnesänger und als Regisseur des Sängerwettstreits auf der Wartburg.

vonThomas Bender

Das Programm im Überblick:

Hier die Titel und Termine der Vorträge (Beginn immer um 19 Uhr in der Burg Holtzbrinck):

Artus - Von Westen: 8. Mai

Hildebrand - Nordwärts: 22. Mai

Brendan - Westwärts bis zum Paradies: 12. Juni

Das Jahr 800: 26. Juni

Stauferzeit - Unrast einer Epoche: 28. August

Saint Graal - Die Ritter von morgen: 11. September

Kap Verde - Nach Süden: 25. September

Cristobal Colon - Nach Westen: 23. Oktober

Magellan - Weit... 6. November

Der Eintritt kostet jeweils zehn Euro, Kulturring-Mitglieder und Schüler erhalten eine Ermäßigung. Außerdem werden verbilligte Vierer-Abos angeboten.

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