Geschäftsleute wollen im Stapelcenter bleiben

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Olga Beck, Bernd Schlippe und Burcu Gökmen legen ein klares Bekenntnis zum Stapelcenter ab: Sie wollen dort bleiben und hoffen, dass sich schnell ein Nachfolgeregelung für die von Toom genutzte Fläche findet.

Altena - Gut drei Wochen noch, dann schließt der Toom-Markt im Stapelcenter seine Pforten. Die wenigen Geschäfte, die es in der Passage noch gibt, reagieren mit Durchhalteparolen. „Wir bleiben“ haben Bernd und Andrea Schlippe plakatiert, um der brodelnden Gerüchteküche etwas entgegen zu setzen.

Die beiden Inhaber des Lotto- und Zeitschriftenladens wissen am ehesten, was auf sie zukommt: Sie erleben schon die zweite Kündigung des Hauptmieters im Stapelcenter. 13 Jahre ist es her, da waren sie ein ganzes Jahr lang mehr oder weniger allein auf weiter Flur, weil Real sich aus Altena zurückgezogen hatte. Die Stammkunden blieben ihren damals treu und sicherten so das Überleben des Geschäftes. „Wir hoffen, dass das auch diesmal so sein wird“, sagt Schlippe. Und: „Schön ist das alles natürlich nicht“.

Es wird viel geredet. Das bestätigen auch Burcu Gökmen, die Inhaberin des Friseursalons Bodrun, und Olga Beck aus der Kik-Filiale. Immer wieder erkundigen sich Kunden nach der Zukunft dieser Geschäfte und wann sie wohl schließen würden. „Wir bleiben hier“, versichern die beiden. Auch Maria Schiavone, die beim Biggesee-Discounter Brötchen verkauft, hat von ihren Chefs nichts anderes gehört.

Weniger Laufkundschaft

„Natürlich betrifft uns die Schließung des Toom“ – den Händlern ist klar, dass das weniger Laufkundschaft mit sich bringen wird. Andererseits berichten Schlippe und Beck aber auch, dass sie durchaus davon profitieren, dass beim Toom die ersten Regale schon leergeräumt sind: „Wir haben Schulhefte und Bastelkarton in unser Sortiment aufgenommen“, erläutert Schlippe. Er sei immer wieder danach gefragt worden, weil Toom die entsprechende Abteilung schon ausgeräumt habe.

Möglich, dass auch die Bäckerei-Filiale demnächst mehr Brötchen verkaufen kann. Schließlich betrifft die Schließung des Toom auch die Konkurrenz in dessen Vorkassenzone. Auch für Kik war der Toom mit seinem Angebot an Textilien ein Stück weit Konkurrenz.

Und der Friseur? Laufkundschaft habe sie eher nicht, zu ihr kämen die Menschen ganz gezielt, schätzt Burcu Gökmen die Lage ein. Dennoch hofft natürlich auch sie, dass der Leerstand auf der Hauptfläche nicht von langer Dauer ist. „Es sagt keiner so richtig was“, berichtet Bernd Schlippe. Auch die Mieter wissen nur, dass es angeblich Interessenten gibt, die das Center kaufen und entwickeln wollen. Diese Ungewissheit hält schon länger an, das fördere natürlich die Gerüchtebildung in der Stadt, klagt er.

Sanierung der Tiefgarage geht weiter

Die ganz große Hoffnung der verbleibenden Mieter liegt im Keller – dort befindet sich die Tiefgarage, die seit vielen Monaten peu a peu saniert wird. Gerade hat wieder ein neuer Bauabschnitt begonnen. „Das macht doch keiner, wenn er nicht weiß, ob und wie es weitergeht“, sagt Schlippe angesichts einer Investition, die nach Informationen des Altenaer Kreisblatts bei etwa 700.000 Euro liegen soll.

Lebensmittel. Und einen Drogeriemarkt – das wären allen Geschäftsleuten, die noch im Stapelcenter ausharren, die liebsten Nachbarn. Auch Branchenkenner meinen, dass der Trend in diese Richtung gehen müsse: Die Zeit der großen Vollsortimenter a la Toom und Rewe sei abgelaufen, der Trend gehe zum gut sortierten und anspruchsvollen Lebensmittelmarkt, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich dann oft Drogerie-, Getränke- oder andere Märkte ansiedeln würden.

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