Geschäftsleute machen mobil und protestieren

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Klaus Neuhaus (rechts) leitete die Versammlung in der Ritterschänke.

ALTENA - Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein bekommt kommende Woche Besuch. Dann nämlich möchte Modekaufmann Klaus Neuhaus im Namen vieler weiterer Geschäftsleute bei ihm vorsprechen und ihm eine stattliche Anzahl von Protestunterschriften übergeben.

Wie mehrfach gemeldet, regt sich entlang der Kirchstraße, aber auch in großen Teilen der Lennestraße, massiver Widerstand gegen eine mögliche Bebauung des bisher freien Platzes zwischen Antek und Overbeck. Bis Dienstagabend hatten die anliegenden Geschäftsleute „mehr als 600 Protestunterschriften“ gesammelt, die sie jetzt dem Stadtoberhaupt übergeben wollen.

In einer von Klaus Neuhaus geleiteten kurzen Versammlung wiederholten die Kaufleute am Dienstag in der Ritterschänke noch einmal ihre großen Bedenken gegen die Errichtung von seniorengerechten Wohnungen auf diesem Areal durch die Fritz-Berg-Stiftung.

„Wir müssen froh sein, wenn die Leute in die Stadt kommen. Wenn wir denen auch noch die letzten citynahen Parkplätze wegnehmen, wo soll das hinführen?“, sagte eine Einzelhändlerin, die nach eigenen Angaben „ganz besonders von Laufkundschaft lebt“. Auch Bernd Schlippe von der Tabakbörse aus dem Stapelcenter „lebt von Kundschaft, die mal eben schnell bei uns reinspringt.“ Der Einzelhändler hält deshalb gar nichts vom geplanten Gebäude.

Alexander Schmitz vom gleichnamigen Radiofachgeschäft bringt kein Verständnis dafür auf, dass auf der unteren Lennestraße Häuser fallen, damit Luft geschaffen wird, hier oben, an der Kirchstraße, aber ein Baukomplex die Straße richtig dicht mache. „Das kann es doch nicht sein“, sagte der Juniorchef.

Zudem bemängeln die Kaufleute, dass neben dem Parkraum auch keine Veranstaltungen mehr citynnah stattfinden können. „Hat da schon mal jemand zu Ende gedacht?“, fragte eine Händlerin.

Ob Pizzeria, ob Imbiss, ob Hotel am Markt, oder Gastwirt Hardy aus der Ritterschänke: Sie alle setzen jetzt auf den Sachverstand im Rathaus und auf Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein selbst. An die „Politik“ wollen die Altenaer nicht so gerne heran. „Es zeigt sich, dass viele unserer Meinung sind. Sie haben schließlich mit Namen, Adresse und Telefonnummer unterschrieben. Da kann man sich doch nicht einfach drüber hinweg setzen.“

von Johannes Bonnekoh

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