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Große Lüling-Spende für die Tafel

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Von: Volker Heyn

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Lüling-Chef Fabian Schmidt (rechts) überreichte zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Hasan Dogan einen richtig dicken Scheck im Wert von fast 12 000 Euro an Anette Wesemann von der Altenaer Tafel-Ausgabe.
Lüling-Chef Fabian Schmidt (rechts) überreichte zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Hasan Dogan einen richtig dicken Scheck im Wert von fast 12 000 Euro an Anette Wesemann von der Altenaer Tafel-Ausgabe. © Heyn

Eine erstaunlich hohe Summe ist jetzt der Altenaer Tafel-Ausgabe zugekommen: Lüling-Geschäftsführer Fabian Schmidt übergab genau 11 879 Euro und 56 Cent an Anette Wesemann, die bei der Stadt Altena die Tafel-Ausgabe im Stellwerk koordiniert.

Altena – Wie sich die krumme Summe genau zusammensetzt, erklärte Schmidt gemeinsam mit dem Betriebsratsvorsitzenden Hasan Dogan. Als Schmidt vor zwölf Jahren in die Drahtzieherei seines Vaters Peter-Wilm an der Kleffstraße eintrat, war es schon üblich, auf Weihnachtsgeschenke an die Kunden und Partner zu verzichten. Stattdessen wurde eine runde Summe von zunächst 5000 Euro – später dann 10 000 Euro – festgesetzt, die seitdem für einen jährlich wechselnden guten Zweck gespendet wird.

Mit diesem an sich schon enorm großzügigen Betrag wurden und werden bedürftige Menschen in der Gesellschaft unterstützt. Die Summe ging zum Beispiel an das Altenaer Stellwerk, an das SOS Kinderdorf Lüdenscheid, an einen bestimmten caritativen Dienst in Iserlohn oder zuletzt an die Flutopfer.

Damit ist aber noch nicht der krumme Betrag erklärt. Zusätzlich wird ein jedes Jahr auf der Weihnachtsfeier von Lüling im Lennestein der Hut herumgereicht. Mit immer demselben Sektkühler in Form eines Zylinders geht der Chef durch die Reihen, so kamen in diesem Jahr 939,78 Euro zusammen. Die Gesellschafter von Lüling verdoppeln diesen Betrag, so waren es am Ende 11 879,56 Euro.

Angebote, die Summe aufzurunden, wurden bewusst abgelehnt. „Dann kann ich viel mehr Zahlen auf den Scheck schreiben“, freut sich Schmidt. Die Hilfe ist übrigens an keinerlei Bedingung geknüpft. Der Empfänger soll das Geld ganz in seinem Sinne und Ermessen verwenden.

Bei Anette Wesemann leuchteten die Augen, als sie die außergewöhnlich hohe Spendensumme sah. Sie ist bei der Stadt Altena für bürgerschaftliches Engagement, das Stellwerk und die Tafel zuständig. Die Altenaer Tafelausgabe ist eine Zweigstelle der Tafel in Lüdenscheid. Die Ausgaben an den ersten beiden Dienstagen im Monat (jeweils 10 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr) sind festgelegt durch die Verfügbarkeit des Fahrzeugs aus Lüdenscheid. Kosten entstehen nicht, weil keine Miete im Stellwerk gezahlt werden muss und alle ehrenamtlich arbeiten.

Wie alle Tafeln Deutschlands leidet auch die Altenaer Ausgabe darunter, dass die Discounter praktisch keine Lebensmittel mehr übrig haben, weil sie ihre Vermarktungsstrategien geändert haben. Wesemann: „Der Gedanke, Lebensmittel vor dem Verderben zu retten, hat mir sehr gut gefallen.“ Etwas zu essen, was andere wegwerfen wollen, sorgte für ein gutes Gefühl. Wesemann: „Aber jetzt reichen die gespendeten Lebensmittel einfach nicht mehr aus.“ Sie denkt über eine andere Art der Ausgabe nach, hat aber keine Lösung gefunden: „Es ist doch verrückt, dass wir Nudeln im Supermarkt kaufen und sie dann an unsere Tafelkunden verschenken.“ Da müsse sich etwas ändern, meint nicht nur Wesemann. Eine Idee, wie diese Spirale durchbrochen werden könne, habe sie aber nicht.

Bürgerschaftliches Engagement funktioniere in Altena aber noch ganz gut, meint Wesemann und erfährt Bekräftigung vom Lüling-Chef. Umso mehr dankt sie dem gesamten Unternehmen für die riesige Spende: „Ohne Geldspenden würde die Tafel gar nicht mehr funktionieren.“ Und noch ein Problem gibt es: Früher wurden die Kunden in Zeitfenstern zur Abholung eingeladen, um Wartezeiten zu vermeiden. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine stellten sich aber alle in eine Schlange aus Furcht, bei der Mangellage nichts mehr zu bekommen. Davon will Wesemann nichts wissen: Jeder, der zur Tafel komme, ginge nicht ohne etwas nach Hause. Auch hier werde überlegt, wie die Situation wieder zu entschärfen sei. Schließlich würden sich manche schämen, in einer öffentlich sichtbaren Schlange um Lebensmittel anzustehen.

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