Geschäfte auf Zeit sind handfeste Idee

Markus Sturm und Julia Hußmann stellten das Vorhaben zusammen mit Thomas Schauerte, Inhaber der Agentur „Urbane Helden“, vor.

Altena - Ein Projekt zur Belebung der Innenstadt nimmt Fahrt auf: Geschäfte auf Zeit – sogenannte „Pop Up“-Stores. „Unter dem Motto ,Läden entdecken – Kauflust wecken’ geht es dabei um die zeitlich begrenzte Nutzung von Ladenlokalen“, erklärt Julia Hußmann, Tourismusmanagerin der Stadt.

Konkret solle durch ausgefallene Verkaufsideen, besonderes Ladendesign, ungewöhnliche Waren oder Marketing-Aktionen auch überregionales Interesse geweckt werden. Die Idee sei im Rahmen einer Kooperation des „Vereins für bürgerschaftliches Engagement in Altena“ mit der Agentur „Urbane Helden“ entstanden, teilt Corina Turner vom Stadtmarketing-Verein mit.

Nach Workshops im vergangenen Jahr, an denen auch die Stadt beteiligt war, seien Anfang 2014 die Ideen konkreter geworden. In Gesprächen mit Vermietern, Einzelhändlern, Handwerkern, kreativen Köpfen, Herstellern aus der Region und Online-Händlern habe sich das Konzept zu einer handfesten Idee entwickelt. „Derzeit werden zwei Umsetzungsphasen“ geplant, erklärt Julia Hußmann. Interessenten könnten die Ladenlokale mit ihren eigenen Ideen und Produkten füllen. Einzige Bedingung: Die müssten ausgefallen sein. Beispiel eines Vorhabens: Unter dem Motto „Verlorene Unschuld am Gartenzaun“ solle in einem leerstehenden Ladenlokal eine spezielle Schmuck-Kollektion am schmiedeeisernen Zaun präsentiert werden.

Die Betreiber der „Pop Up“-Stores würden nicht nur bei der Ideenfindung für ihr Produkt sowie bei der Suche nach dem passenden Ladenlokal unterstützt, sondern erhielten auch eine finanzielle Förderung über das ExWoSt-Forschungsprojekt der „Kooperation konkret“, so die Initiatoren. ExWoSt steht für „Experimentellen Wohnungs- und Städtebau“.

Die Kooperationspartner hätten bereits mit Ladenbauern und einer Schule für Schauwerbegestaltung Kontakt aufgenommen. Unterstützung gebe es auch bei allen Behörden-Angelegenheiten und Gesprächen mit Vermietern. Verrückt sollten auch die Marketing-Events sein. „Lange Verkaufsabende mit DJ-Sets in den Geschäften sind in Großstädten Standard“, betont Corina Turner, Vorstandsmitglied im Verein für bürgerschaftliches Engagement. Veranstaltungskaufmann Sascha Fervers schlug vor, anlässlich der Eröffnung der „Pop Up“-Stores in der Innenstadt zum „Karneval in Venedig“ einzuladen. Bilder von verkleideten Akrobaten, Stelzenläufer und anderen Kleinkünstlern ließen schnell Bilder in den Köpfen der Interessenten entstehen.

In der zweiten Phase könne die Innenstadt nach der Vorstellung des Event-Fachmanns in einen historischen Jahrmarkt verwandelt werden. Einzelhändler und heimische Unternehmen würden in den nächsten Wochen tiefer gehende Gespräche mit dem Projektteam führen. Wenn mindestens drei bis vier Mietverträge unterschrieben würden, heiße es ab Mitte April, „Läden entdecken – Kauflust wecken“. Interessenten, die das Projekt unterstützen möchten, zum Beispiel bei der Schaufenstergestaltung, mit einem eigenen „Pop Up“-Store oder als Aushilfe im Ladenlokal, können sich bei Julia Hußmann melden: Tel. 02352/209295.

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