Geschäfte mit gefälschten Unterlagen

ALTENA/HAGEN ▪ Mit gefälschten Lohnbescheinigungen und Autokaufverträgen waren zwei italienische Landsleute zu Unrecht an Kredite gelangt. Am Freitag musste sich der mutmaßliche Urkundenfälscher in zweiter Instanz vor dem Hagener Landgericht verantworten. Ein Urteil gab es noch nicht.

Am 17. Februar hatte das Altenaer Amtsgericht den 31-Jährigen wegen Beihilfe zum Betrug und Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Nach Überzeugung des Richters stellte der Angeklagte am 28. März 2008 für einen Auftraggeber eine falsche Lohnbescheinigung aus und verhalf dem Empfänger damit zu einem Kredit in Höhe von 36 750 Euro. Anfang April folgte eine zweite Gehaltabrechnung. In Verbindung mit einem ebenfalls gefälschtem Kaufvertrag über einen Gebrauchtwagen zahlte das Geldinstitut 20 000 Euro an den Inhaber des Kaufvertrages.

Schließlich kam es zu einem dritten Fall. Abermals war es ein falscher Kaufvertrag, der die Bank um 33 000 Euro erleichterte. Laut Anklageschrift wurden die ausbezahlten Kreditsummen unter den Beteiligten aufgeteilt. Der 31-jährige Altenaer soll dabei pro Auftrag 1300 Euro erhalten haben. Vor dem Amtsgericht Altena räumte der Angeklagte die Taten ein. Trotzdem legte er gegen das in seinen Augen zu hohe Urteil Berufung ein. Und so kam es gestern schließlich zu einem Wiedersehen vor dem Hagener Landgericht.

Dort behauptete der Mann zunächst, nicht gewusst zu haben, wofür die von ihm ausgefüllten Schreiben verwendet werden sollten. Er gab an, für seinen Auftraggeber die gesamte Buchhaltung erledigt zu haben. Durch Zufall habe er dann von befreundeten Bankangestellten von den Krediten erfahren. Daraufhin habe er nicht mehr für den Auftraggeber arbeiten wollen. Gelungen sei ihm das jedoch nicht. Denn: „Eines nachts stand er bei mir vor der Tür hat mir gedroht und gesagt, ich müsse die Abrechnungen schreiben.” Dafür habe er auch einen extra Laptop bekommen.

Das Gericht schenkte der Aussage offenbar nicht viel Glauben und bohrte immer wieder nach. Plötzlich erklärte der Angeklagte, doch gewusst zu haben, wofür die Lohnbescheinigungen gedacht waren. Nach einer kurzen Verhandlungspause ruderte der Altenaer jedoch wieder zurück, und beteuerte gutgläubig gewesen zu sein, was zur Vernehmung des Auftraggebers führte. Der 32-Jährige gab an, keine Straftaten mit dem Angeklagten begangen zu haben. Der Mann habe sich nur um seine Buchhaltung gekümmert. Auf den 32-Jährigen wartet jetzt wahrscheinlich ein Verfahren wegen Falschaussage. Der Prozess wird am 15. August mit weiteren Zeugen fortgesetzt. ▪ jape

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