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Enkeltrick: Schmuck im Wert von 180.000 Euro erbeutet

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Von: Thomas Krumm

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Vor dem Amtsgericht Altena wird gegen 31-Jährigen aus Wuppertal verhandelt, dem gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen wird. Ihm wird vorgeworfen, dass er älteren Damen – auch aus Altena – eine Bedrohungslage vorgegaukelt und sie veranlasst hat, Geld und Wertgegenstände „vorübergehend“ einem „vertrauenswürdigen“ Boten der Bande zu überlasse. Der gute, alte Enkeltrick ...

Altena - „Ich habe mit dieser Sache nichts zu tun“, erklärte der Angeklagte im Amtsgericht Altena und räumte lediglich ein, dass er im Auftrag an einer der genannten Adressen mal etwas abgeholt haben könnte. „Ihm ist auch an der Wahrheitsfindung gelegen“, versicherte der Anwalt des 31-Jährigen und regte die Ladung eines mutmaßlichen Mittäters an. „Er weiß doch alles, was passiert ist“, erklärte der Angeklagte. Die Ankunft dieses angeblich umfassend informierten Zeugen vor dem Schöffengericht ist offenbar sichergestellt: Derzeit soll er eine fünfjährige Haftstrafe verbüßen.

Opfer erkennt den Mann wieder

Das größte Opfer der Trickbetrüger war eine Seniorin aus Altena, die jetzt als erste Zeugin ins Amtsgericht kam. Sie brauchte zwar eine Gehhilfe, war ansonsten aber noch recht rüstig und mit einem guten Gedächtnis ausgestattet. Und sie war sich sicher, dass der Angeklagte jener Mann war, dem sie unter falschen Voraussetzungen Schmuck im Wert von etwa 180 000 Euro überreicht hatte. Schon bei der Polizei hatte sie den Angeklagten auf einem von drei Fotos wiedererkannt. Die Umstände dieser „Wahllichtbildvorlage“ müssen aber offenbar noch aufgeklärt werden: Während die Polizei festhielt, dass die Zeugin den Beschuldigten auf dem fünften von acht Fotos erkannt habe, war sich die Zeugin sehr sicher, dass sie den 31-Jährigen auf einem von drei Bildern wiedererkannt hatte.

Angeklagt sind 22 Taten

Die Anklage wirft dem Wuppertaler 22 Betrugstaten vor, deren Opfer durchweg ältere alleinstehende Damen gewesen sein sollen. Zumeist werden solche Taten arbeitsteilig begangen: Die einen rufen die Opfer an, schildern die angebliche Bedrohungslage, ein Mittäter sucht die Wohnadressen auf und sammelt ein, was die Opfer bereitwillig überreichen. Das höchste Risiko haben dabei die Läufer vor Ort, da sie immer riskieren, von ihren Opfern wiedererkannt zu werden. Die 22 Taten sollen sich in einem weiten Einzugsgebiet abgespielt haben. Um die Vorwürfe aufzuklären, müssen sich ältere, teilweise bewegungseingeschränkte Frauen auf eine lange Reise nach Altena machen. Die weiteste Anfahrt betrifft eine Zeugin aus Hannover. Dort wurde der Angeklagte festgenommen.

Viele Seniorinnen als Zeugen geladen

Sein Verteidiger mahnte angesichts nur einer Zeugin am ersten Verhandlungstag mehr Tempo an. Richter Dirk Reckschmidt zeigte sich davon unbeeindruckt. Er wolle die Zeuginnen in einem Verfahren mit einem „etwas komplexeren Tatvorwurf“ nach und nach hören. „Wir werden so weit wie möglich revisionssicher verhandeln“, kündigte der Richter eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe an. Der zu einem früheren Zeitpunkt gegebene Hinweis, dass ein Geständnis das Verfahren erheblich abkürzen und möglicherweise eine etwas mildere Strafe zur Folge haben könnte, war beim Angeklagten auf keinerlei Echo gestoßen.

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