Häusliche Gewalt

Streit eskaliert: Mann greift im Vollrausch eigene Familie an

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Altena – Häusliche Gewalt bis die Polizei einschritt: Weil ein Altenaer im Vollrausch auf seine Frau und seine Kinder losging, saß er nun vor Gericht. Er sollen sogar Messer im Spiel gewesen sein.

Ein heftiger Streit in der Wohnung seiner Nachbarn veranlasste einen Altenaer am 16. Dezember 2018, die Polizei anzurufen. Es ging um häusliche Gewalt. 

„Wir wussten, es läuft auf eine Wohnungsverweisung hinaus“, beschrieb ein Polizeibeamter im Amtsgericht Altena die Situation. Die bedrohte Ehefrau des randalierenden 46-Jährigen hoffte wohl ebenfalls, dass ihr Ehemann vorübergehend verschwindet. Denn: „Plötzlich stand ein Koffer in der Tür“, erinnerten sich Polizeibeamte. 

Von der Polizei geweckt: Mann tritt um sich

Komfortabel wurde die Reise für den Mann allerdings nicht: Der „sternhagelvolle“ 46-Jährige nahm den Beamten äußerst übel, dass sie ihn geweckt hatten, um ihn aus der Wohnung zu holen.

 „Er war sofort aggressiv, sperrte sich massiv und versuchte sich mit Kopfstößen und Tritten zu wehren“, erinnerte sich ein Zeuge. „Er war extrem stark alkoholisiert.“ Mehrere Flaschen harter Alkoholika fanden sich: Rum, Whisky und Wodka. 

Der Angeklagte hatte – soweit seine bruchstückhaften Erinnerungen reichten – eine etwas andere Sicht der Dinge. „Die Aussagen der Polizei entsprechen meiner Meinung nach nicht der Wahrheit.“ Mit seiner Frau habe er „einen kleinen Streit“ gehabt. 

Ältester Sohn entwaffnet Vater

Vom Nachbarn hörten die Beamten vor Ort eine ganz andere Version: Mit zwei Messern sei der 46-Jährige auf seine Frau und die beiden Kinder losgegangen. Sein ältester Sohn habe ihn aber entwaffnen und ins Bett legen können. 

Um die Situation endgültig zu entschärfen, beschlossen die Beamten, den 46-Jährigen zur Polizei nach Lüdenscheid zu bringen. Noch im Gewahrsam habe der Angeklagte seine Randale trotz angelegter Hand- und Fußfesseln fortgesetzt, erinnerte sich ein Zeuge. 

Richter Dirk Reckschmidt verurteilte den 46-Jährigen wegen der tätlichen Angriffe gegen Polizeibeamte zu einer Haftstrafe von vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dazu gab es 50 Sozialstunden. Ob sich solche Szenen in der Familie wiederholt zutragen, blieb offen. Vorstrafen hatte der Altenaer nicht.

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