20-Jähriger tritt Wehrlosen

ALTENA -  Warum ein 20-jähriger Angeklagter gemeinsam mit zwei Mittätern sein Gegenüber in einem Zug zu Boden schlug und auf den am Boden Liegenden brutal eintrat, blieb weitgehend rätselhaft. Klar war im Amtsgericht hingegen die Ansage von Richter Dirk Reckschmidt.

100 Sozialstunden muss der noch nach Jugendstrafrecht abgeurteilte Heranwachsende binnen vier Monaten wegen der Körperverletzung ableisten. Im Gegenzug wird das Strafverfahren zu den Akten gelegt.

Der Streit begann schon am Bahnhof in Wetter. Der 20-jährige Altenaer fragte das spätere Opfer nach der Uhrzeit. Die Antwort fiel so umfassend und angeblich unangenehm aus, dass der Angeklagte im Zug die Nerven verlor: „Da habe ich ihm eine reingehauen“, gestand der 20-Jährige. Die Tritte gegen den Kopf hatten Schwellungen im Gesicht und im Augenbereich zur Folge – drei Tage lang konnte das Opfer nicht zur Arbeit gehen.

„Warum?“ stellte der Richter die naheliegende Frage nach einem völlig unnötigen Gewaltexzess. Der junge Angeklagte hatte immerhin eine Antwort, die von einer gewissen Einsicht kündete: „Es war einfach nur eine blöde Auseinandersetzung.“ Gegen die beiden Mittäter, die ebenfalls auf den am Boden Liegenden eingetreten haben sollen, wird in Hagen verhandelt. Sie wohnen dort. - von Thomas Krumm

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