Gerhardi-Neubau auf Rosmart: Geschäftsführer von Stadt Altena enttäuscht

+
Der Neubau von Gerhardi auf Rosmart ist so gut wie fertig.

Altena – Der Neubau von Gerhardi auf Rosmart ist so gut wie fertig. Im März soll die Produktion starten. Doch der Geschäftsführer ist enttäuscht von der Stadt Altena. Es geht um ein Versprechen.

Der Betrieb läuft noch nicht, aber ein Weihnachtsbaum steht schon. Als Statthalter sozusagen. Wenn Gerhardi pünktlich zum 1. März 2020 auf Rosmart mit der Serienfertigung beginnt, wird statt des Tännchens eine Kastanie vor dem Haupteingang stehen. Wie am Standort Loher Straße in Lüdenscheid. 

Schließlich ziehen rund 250 Mitarbeiter und bis 2021 nach und nach beide Kunststoff-Galvaniken sowie der Kunststoff-Spritzguss vom Loh zur Homert 2, wie die neue Adresse auf Rosmart lautet. Am Loh bleibt die Verwaltung, die dann freie Fläche wird ein Lager. Die Verkehrs- und Parksituation soll sich dort entspannen. Weil also die große Kastanie vom Loh nicht mitziehen kann, bekommt der Neubau fürs Heimatgefühl seine eigene, gestiftet von Architektin Silke Mikler-Fahl, „weil alles so gut geklappt hat“.

18.000 Quadratmeter Produktionsfläche

Im ersten Quartal 2020 soll die Herstellung der Außenanlage abgeschlossen sein. „Energetisch und umwelttechnisch ist das hier ein Paradestandort“, freut sich Gerhardi-Geschäftsführer Thomas Dinter über den imposanten Komplex. Ein Paradestandort, der mitten in der Inbetriebnahmephase steckt: „Es ist ein weiter Weg, bis alles zusammenspielt“, erläutert die Architektin. 

Einen Baukörper mit 18 000 Quadratmetern Produktionsfläche so zügig fertigzustellen, wäre nicht möglich gewesen, hätten Behörden und Bezirksregierung nicht mitgespielt. Da ist sich die Runde einig. Der Bau ist das eine, die ausgeklügelte Technik darin das andere Thema. Galvanik gilt als sehr energieintensiv. 

Energieverbrauch im Blick

Ein zweistelliger Millionenbetrag sei in die Energiezentrale samt Blockheizkraftwerk und Batterieanlage geflossen, sagt Gerhardi-Projektleiter Christian Schmidt. Durch die Batterieanlage könne man Stromspitzen glätten. Ein Schichtenspeicher mit unterschiedlichen Temperaturen sei eigens für Gerhardis Bedarf entwickelt worden, und für die Gebäudebeheizung werde Wärmerückgewinnung genutzt. „196 Zähleinrichtungen halten den Verbrauch in Echtzeit nach“, sagt Schmidt. Auf Knopfdruck könne man sehen, wo gerade wie viel Energie verbraucht werde. Das soll insgesamt ein Drittel weniger sein als an den anderen Standorten. 

Das Gerhardi-Team mit (v.l.) Geschäftsführer Thomas Dinter, Architektin Silke Mikler-Fahl, Christian Schmidt und Moritz Winter.

Im Moment werde der Spritzguss installiert, die Galvanik sei abgenommen. Dort würden nun Abläufe verfeinert – durch Versuch und Irrtum. Man müsse rund 1200 Artikel qualifizieren, das sei ein sehr langer Prozess „Auch die technischen Bedingungen ins Ziel bringen“, nennt Dinter das, was derzeit für Betriebsamkeit im Neubau sorgt. Die Parkplätze sind gut belegt durch „80 bis 100 Leute, die noch am Bau beschäftigt sind“. Dass der Bau so schnell und reibungslos abgeschlossen werden kann, verdanke man den „Super-Teams vor Ort“, betont Silke Mikler-Fahl. 

Per Handschlag Erweiterungsfläche zugesagt

Zudem war der Winter kurz; der ehrgeizige Zeitplan funktionierte. „Die Fachplaner waren ein absoluter Glücksgriff“, sagt Christian Schmidt. 

Etwas getrübt wird die gute Stimmung auf Rosmart nur durch zwei Themen: Das eine ist der Straßenname Homert. Die Bezeichnung sei ganz schwierig, findet nicht nur die Architektin: „Wir hatten in der Bauphase Probleme.“ Laster hätten sich nach Lüdenscheid-Süd verirrt, zur Homert eben. Im Navi fehle die Angabe noch; nun vertraut man notgedrungen auf die Macht der Gewohnheit. 

Vertrauen ist gut, Verträge sind besser. Das ist das andere Problem. Hatte man sich bei der Grundsteinlegung mit Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU) noch per Handschlag eine Option auf weitere 15 000 Quadratmeter Fläche auf Rosmart gesichert, so sei davon heute keine Rede mehr und das Gelände anderweitig reserviert. 

Zum Bedauern der Gerhardi-Geschäftsführung. Denn: „Wenn wir in irgendeiner Form nochmal expandieren könnten,“ sagt Thomas Dinter, „dann nur hier."

Lesen Sie auch:
Nicht nur Gerhardi wächst auf Rosmart rasant

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare