Gerd Mimberg kriegt jede Kurve mit seinem Lkw

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Esther Kuhn, Jörg Fischbauer, und Fuat Kabak: Sie bringen zurzeit die Bewehrung an die Schachtwände ein.

ALTENA - Zu den heimlichen Helden der Burgaufzugs-

Baustelle gehört Gerd Mimberg. Zweimal die Woche macht er, was sich kein anderer traut: Der fast 60-Jährige liefert den Bauhandwerkern von Deilmann-Haniel jeweils 27 bis 28 Tonnen Spritzbeton auf dem Klusenberg an. Mit einem Kesselwagen-Lkw, der dann insgesamt 40,5 Tonnen auf die Waage bringt.

„Der kann wirklich fahren“, sagt anerkennend Sascha Prevorsek, der im Burginnenhof die Arbeiten koordiniert. Doch für Mimberg, der den Spritzbeton auch unten, also an der Lennestraße anfährt, ist das ein Job wie jeder andere. Er fährt für seinen Bruder, der die gleichnamige Spedition in Werl betreibt und im Auftrag von Rombold-Gfroehrer. Die Firma hat ihren Stammsitz in Baden-Württemberg, bezieht den hier verbauten Spritzbeton aber „aus dem Sauerland“. Mimberg holt ihn aus Westenfeld in der Nähe von Sundern. Man könne ja keinen Fahrer zwingen, solch schwierige Aufgaben zu erledigen, sagt Mimberg. Und wenn er erzählt, wie zäh manchmal der Beton abläuft, wie sehr das Auto beim Pumpen wackelt und welche Nerven man haben muss, wenn es auf jeden Zentimeter bei der Ein- und Ausfahrt an der Burg ankommt, nein, tauschen will mit ihm so leicht niemand.

Obwohl: Das gute Gefühl, wenn wieder einmal alles geklappt habe, das nehme einem eben auch niemand, sagt Gerd Mimberg. „Du musst die Ruhe behalten“, sagt er. So fährt er mit einem extrem kurzen Kesselwagen, der eigens für kniffelige Baustellen vor 20 Jahren gebaut wurde, die Fritz-Thomeé-Straße hinauf, direkt neben das Friedrichstor. Dann wird abgepumpt, es geht rückwärts zurück und anschließend wird Zentimeter für Zentimeter vor dem Tor in der Klusenstraße gedreht, bis nach bis zu 30 Minuten die Fahrt zurück geht. „Alles Gewohnheit“, stapelt Mimberg tief. Der Mann, der wirklich fahren kann.

von Johannes Bonnekoh

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