Schlüsselübergabe nach einem Vierteljahrhundert

Pfarrer i.R. Gerd Behrendt bekommt den Schlüssel der damaligen Einweihungsfeier überreicht.

ALTENA ▪ „Unser Mühlendorf hat jetzt ein eigenes Gemeindezentrum“, titelte diese Zeitung am 25. Januar 1988. Am Samstag kamen die Gemeindeglieder eben an jener Stelle zusammen, wo vor einem Vierteljahrhundert die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Kirchenanbaus stattfanden. Pfarrer i.R. Gerd Behrendt nahm die Gäste im voll besetzten Gemeindesaal mit auf eine Zeitreise.

Rund 200 Bilder hatte er aus diesem Grund ausgesucht. „Keine Angst!“, sagte der Pfarrer an sein Publikum gerichtet. „Ich rede nicht länger als 45 Minuten“. In einem traditionellen Diavortrag lebten die Erinnerungen an damals wieder auf und so mancher Zeitzeuge konnte sich angesichts der Hutmode von einst ein Schmunzeln nicht verkneifen. Als Pfarrerin Merle Vokkert allerdings auf die Einhaltung der Zeit pochte, war die letzte Kassette noch nicht durchgelaufen.

„Das Projekt hat viel Zeit und viel Mühe in Anspruch genommen, aber es hat sich auch gelohnt“, resümierte Pfarrer i.R. Gerd Behrendt. Der Erweiterungsbau hatte einen Vorlauf von acht Jahren. Bis zum Einzug musste die Gemeinde für ihre Veranstaltungen immer wieder in Behelfsräume der Umgebung ausweichen; selbst die Jugendherberge wurde in dieser Zeit genutzt. Um das Gebäude zu finanzieren, organisierte die Gemeinde Pfarrfeste und verkaufte Kacheln für den guten Zweck, um nur einige der Aktivitäten zu nennen. „Am Ende hatten wir 60 000 DM in der Tasche. Dem gegenüber standen Baukosten in Höhe von einer Million“. Auch die damalige Architektin Dorothea Ossenberg-Engels war zur Feierstunde geladen und sprach über die Herausforderungen, die der Bau des Gebäudes damals mit sich brachte. Da war zu einem die topographische Situation dergestalt, dass das zu errichtende Haus zwischen zwei Straßen und zudem an einem Hang errichtet werden musste. Zudem sollte der Entwurf zur bereits bestehenden Kirche passen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen und es ist schön, dass das, was wir gebaut haben, immer noch Bestand hat“, so die Architektin. Zudem stellte sie der Gemeinde in wirtschaftlicher Hinsicht ein hervorragendes Zeugnis aus. Für ein vergleichbares Gebäude mit einer Fläche von 500 Quadratmetern müsse heute mindestens die gleiche Summe auf den Tisch gelegt werden; allerdings in Euro.

In dem Diavortrag über die Entstehungsgeschichte des Gemeindezentrums tauchte als immer wiederkehrendes Element die Schlüsselübergabe auf. Bevor Pfarrer i.R. Gerd Behrendt den Türöffner damals in die Hände schließen konnte, durchlief er unzählige Stationen. Ein Vierteljahrhundert später schloss sich der Kreis und Pfarrerin Merle Vokkert überreichte dem sichtlich überraschten Kollegen den Gründungsschlüssel als Geschenk.

Neben einem Diavortrag erinnerte auch ein Film von Detlef und Stephan Haak an die Ereignisse von 1988. Für die schmuckvolle Dekoration unter dem Motto „Winterzauber“ zeichneten Gerta Brunscheidt und Doris Rahmer verantwortlich. Auf den Festgottesdienst folgte um 19 Uhr das Grünkohlessen, welches Sonja Claßen vorbereitet hatte.

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