Barrieren abbauen

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Die Stufe am Altar ist gelegentlich im Weg. Deshalb wollen Karin Thomas, Dr. Dietmar Kehlbreier, Johannes Köstlin und Merle Vokkert (von links) in einem Workshop ein entsprechendes Podest bauen. ▪

ALTENA ▪ Zum inzwischen sechsten Mal bittet die evangelische Kirchengemeinde ihre Mitglieder um Spenden. 3300 Briefe wurden in dieser Woche von den angehenden Konfirmanden auf den Weg gebracht.

Wieder hat sich das Presbyterium im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wofür das Geld verwendet werden soll. Es blieb dabei seiner Linie treu, abwechselnd Investitionen und Projekte für die Menschen in der Gemeinde zu fördern. Nachdem die Gemeindespende in diesem Jahr in die Photovoltaik-Anlage auf dem Gemeindezentrum Mühlendorf floss, soll sie 2013 im weitesten Sinne des Wortes dazu beitragen, Barrieren abzubauen. Damit greift sie eine Initiative des Kirchenkreises auf.

Barrieren abbauen heißt auch, Menschen den Weg zu ebnen, die bisher einen eher verhaltenen Zugang zur Gemeinde haben. Die ältere Generation sowie Kinder und Jugendliche erreiche „Kirche“ durchaus, während das „Mittelalter“ bei den Veranstaltungen eher unterrepräsentiert sei. Dieser Erkenntnis folgend konzeptionierte die Gemeindeleitung drei Veranstaltungen, die alle Generationen ansprechen sollen. Sie stehen unter dem Motto „Grenzenlos. Gemeinsam unterwegs“.

Den Auftakt bildet am 13. April ein musikalischer Workshop mit Johannes Köstlin. „Sound meines Lebens“ ist bewusst offen angelegt – ob dort Rap oder Volksmusik, Klassik oder Jazz einstudiert wird, entscheidet sich anhand der Interessen der Teilnehmer.

„Von Kasserolle bis Mikrowelle“ heißt das zweite Projekt, für das Karin Thomas mit einem Profi-Koch in Verhandlungen steht. Mit ihm werden die Teilnehmer am 6. Juli im Gemeindezentrum Mühlendorf kochen und anschließend natürlich auch speisen.

Am 21. September wird zusammen mit der Schreinerei Harte gewerkelt. Konkretes Ziel: Ein Podest für die Lutherkirche – eine Stufe vor dem Altar erschwert bisher den Einsatz der Bühnenelemente bei Konzerten, Krippenspielen und anderen Gelegenheiten. Außerdem soll an diesem Tag ein „Lebensrelief“ entstehen, das in der Kirche einen Platz finden soll. Geplant ist, darauf die Namen von Täuflingen, Brautleuten und Verstorbenen zu verewigen.

Die Ergebnisse aller drei Veranstaltungen werden dann am Gottesdienst zum 4. Advent vorgestellt.

Bei den bisher fünf Gemeindespenden kommen gut 35000 Euro zusammen. Das Geld wird seit einigen Jahren ganz bewusst nicht in den Gemeindehaushalt eingezahlt, sondern für Projekte und Investitionen „außer der Reihe“ verwendet. ▪ Von Thomas Bender

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