Weiter Leere in den Kirchen

Leere Bänke wird es in der Lutherkirche auch weiterhin geben. Pfarrer Dr. Sadrack Djiokou wartet auf das Ergebnis des Pfaarrkonvents in der kommenden Woche.
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Leere Bänke wird es in der Lutherkirche auch weiterhin geben. Pfarrer Dr. Sadrack Djiokou wartet auf das Ergebnis des Pfaarrkonvents in der kommenden Woche.

Gemeinsame Gottesdienste sind wieder möglich, natürlich unter Auflagen. Aber: Wer in Nordrhein-Westfalen einen Gottesdienst besucht, muss – wie auch in Geschäften oder im Bus – einen medizinischen Mund-Nase-Schutz tragen. Dies kann eine einfache OP- oder eine sogenannte FFP2-Maske sein. Diese Regelung der Corona-Schutzverordnung NRW gilt vorerst bis Sonntag, 14. Februar.

Die Frage aber ist: Wo gibt es überhaupt Gottesdienste in Form von Präsenzgottesdiensten?

Altena – Da herrscht in der Burgstadt weitgehender Mangel – aus guten Gründen.

„Die beiden großen Kirchen haben sich mit der Staatskanzlei verständigt“, berichtet Ulrich Lota, Pressereferent beim Ruhrbistum Essen, über die vorsichtigen Öffnungsansätze. Gleichwohl liege der Beschluss darüber, was angeboten wird, bei den einzelnen Gemeinden. „Vor Ort kann man am besten entscheiden“, meint Ulrich Lota.

Pfarrei St. Matthäus

So wird es zum Beispiel in der Gemeinde St. Matthäus, die auch Nachrodt-Wiblingwerde umfasst, vorerst bis zum 14. Februar keine Präsenzgottesdienste geben. Das berichtet Pfarrer Ulrich Schmalenbach. Darüber war sich der Hygiene-Ausschuss der Gemeinde am Mittwochabend einig. „Das geschieht nicht aus Faulheit, sondern aus Rücksicht“, berichtet der Geistliche unter Hinweis auf die nach wie vor hohen Inzidenzzahlen im Märkischen Kreis. In anderen Teilen des Bistums könne man vielleicht zu abweichenden Entscheidungen kommen. „Aber hier ist es noch zu risikoreich, wir trauen uns nicht“, sagt Ulrich Schmalenbach.

Der Blasius-Segen werde am Dienstag in St. Mattäus und am Mittwoch in St. Josef zwar erteilt, aber nur in einer Form „to go“ - mit Maske, Abstand und Trennscheibe. Die gesamte Situation sei schmerzlich. „Wir möchten schnell zur Tagesordnung übergehen, aber bei den Infektionszahlen und den vielen Todesfällen sollte man noch zurückhaltend sein.“ Schmalenbach denkt darüber nach, wie man am Aschermittwoch, 17. Februar, vorgehen kann, wenn das Aschekreuz gespendet wird.

Lutherkirche

Keine Präsenzgottesdienste bis zum 14. Februar, heißt es bei der Evangelischen Kirchengemeinde Altena. „Wir haben noch keine andere Entscheidung getroffen“, sagt Pfarrer Dr. Sadrack Djiokou. Am Mittwoch, 3. Februar, wird es nach Auskunft von Heike Kiefer, Pressesprecherin des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn, einen weiteren Pfarrkonvent zu diesem Thema geben. „Dann bekommen wir ein neues Lagebild. Bis dahin müssen wir ein wenig auf Sicht fahren.“

Friedrichskirche

In der evangelischen Kirchengemeinde Rahmede wird es zumindest bis „Anfang März“ keine Präsenzgottesdienst geben, sagt Kirchmeister Ralf Ziomkowski. Das hat das Presbyterium am Mittwochabend beschlossen. „Wir haben als Kirche eine Verantwortung und müssen solidarisch sein“, so Ziomkowski. Die evangelische Landeskirche empfehle weiterhin einen Verzicht auf Präsenzgottesdienste. Das Presbyterium werde sich am 2. März wieder treffen und dann Möglichkeiten ausloten. Einstweilen könne man mit der Resonanz auf Internet-Übertragungen und den Postweg aber durchaus zufrieden sein.

Freikirche Dahle

Nur zehn Personen werden zu Gottesdiensten der Evangelischen-Freikirchlichen Gemeinde Dahle in den Gemeinderaum an der Hochstraße eingelassen, dabei wird es vorerst auch bleiben. „Das ist problemlos“, sagt Gemeindeleiter Rolf Petersmann. Auf Gesang werde natürlich verzichtet, ein Hygienekonzept habe man beim Ordnungsamt eingereicht. Alles andere läuft über das Internet-Kommunikationsprogramm Zoom. „Da haben wir uns viel Mühe gegeben“, sagt Petersmann, und man konnte in ganz vielen Fällen sicherstellen, dass auch betagte Gemeindemitglieder via Zoom am Gottesdienst teilnehmen können. „Dann fährt da die Tochter oder der Sohn vorbei und stellt ein Laptop hin.“

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