Gemeindehaus Rahmede: Es gibt neue Pläne

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Das Gemeindehaus am Stockey soll durch eine Rampe am Eingang barrierefrei werden.

Altena - Es geht um mehr als Bruchsteine und Mörtel: Bei der Sanierung ihres Gemeindehauses neben der Friedrichskirche will die Kirchengemeinde Rahmede auch Weichen für die Zukunft stellen. Die kommen allen Rahmedern zugute.

Dass das denkmalgeschützte Bruchsteingebäude saniert werden muss, ist schon seit zehn Jahren bekannt. Als das Gemeindehaus Rahmede vor 130 Jahren errichtet wurde, wurden bei der Fundamentierung Fehler gemacht. Das Gebäude hebt und senkt sich, es bildeten sich Risse im Mauerwerk und vor allem in den Fensterstürzen. 

Nachdem zunächst überlegt worden war, die Fundamente durch eine sogenannte Injektionstechnik zu sichern, macht die Gemeinde jetzt eine Kehrtwende – aus Kostengründen, wie Ralf Ziomkowski berichtet. Er ist als Kirchmeister für die Finanzen der Gemeinde zuständig und hat mit Kirchbaumeisterin Susanne Möritz und Pfarrer Thorsten Brinkmeier schon etliche Gespräche geführt. 

Kostenvoranschlag deutlich teurer als gedacht

Anfangs sei man von Kosten in Höhe von 100 000 Euro ausgegangen, am Ende habe der Voranschlag bei 350 000 Euro gelegen, sagt der Kirchmeister. Das sei der Punkt gewesen, an dem Ingenieur Holger Selve, der die Gemeinde berät, die Frage gestellt habe, ob man das Haus nicht so ertüchtigen kann, dass die Bewegungen ihm nichts anheben können. 

Beim Bruchstein-Spezialisten Frank Bernsau (Bauunternehmung Schönherr) wurde inzwischen die Probesanierung eines Fenstersturzes in Auftrag gegeben. „Die Kosten dafür waren günstiger als gedacht“, berichtet Ziomkowski. Jetzt sollen die anderen Fenster folgen und die Mauern zudem durch den Einbau von Ankern stabilisiert werden. 

Pfarrer Thorsten Brinkmeier, Susanne Möritz und Ralf Ziomkowski (von links) vor dem sanierten Fenster.

Auch im Inneren des Hauses steht eine Sanierung an. Und dabei denkt die Gemeinde deutlich über den eigenen Tellerrand hinaus. Angesichts der Tatsache, dass es in der gesamten Rahmede praktisch keine öffentliche Infrastruktur mehr gibt, soll das Gemeindehaus nach seiner Sanierung allen Rahmeder Vereinen offen stehen. 

Viel zu tun im Inneren

Sogar über eine Art Heimatstube für die Archivalien des Heimat- und Bürgervereins wird nachgedacht. Sie könnte in der schon lange leer stehenden Küsterwohnung im Dachgeschoss Platz finden. Modernisierung von Küche und Toiletten, Vergrößerung des recht kleinen Veranstaltungsraumes: Es muss einiges passieren, bis das Haus auch für größere Veranstaltungen genutzt werden kann. 

Großen Wert legt die Gemeinde auf einen barrierearmen Zugang. Im Prinzip gibt’s den schon durch einen Nebeneingang, der zur Küche führt, „aber wir wollen nicht, dass Behinderte den Hintereingang nehmen müssen“, sagt Ziomkowski. Deshalb soll jetzt eine Rampe am Haupteingang gebaut werden. 

Alles in allem ein Kraftakt – auch, was die Finanzen angeht. Die Gemeinde hofft auf Zuschüsse und freut sich auf eine erste Zusage der Bezirksregierung, die aus Mitteln zur Dorferneuerung 50 000 Euro zur Verfügung stellt. Ziomkowski: „Wir hoffen, dass das erst der Anfang war und werden weitere Mittel beantragen."

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