Evangelische Gemeinde Altena begrüßte Freunde aus Berlin-Pankow

„Wir wollen etwas gemeinsam tun“

Von Hand werden die Glocken im Turm der Gemeinde Pankow-Nordend noch heute geläutet. Die Freunde aus Berlin wurden mit dieser ev. Gemeinde nach der Wende zusammen gelegt. Eine Wiedervereinigung mit der alten Westgemeinde Pankow gab es nicht.

Altena - Es ist eine ganz besondere Freundschaft und tief gewachsene Partnerschaft. Sie währt schon mehr als 60 Jahre und hat Höhen und Tiefen erlebt, so, wie im wirklichen Leben oft üblich. Und dennoch: Aus einer losen Idee, 1951 auf dem 3. Gesamtdeutschen evangelischen Kirchentag in Berlin-Brandenburg zwischen Altenaer Christen und Glaubensbrüdern der Martin-Luther-Gemeinde zu Pankow geteilt, wurde bis heute eine Partnerschaft, die nach wie vor auf soliden Beinen, auf einem christlichen Fundament, steht.

Am Sonntag, wenn die evangelische Kirchengemeinde Altena rund um die Lutherkirche ab 10.30 Uhr ein Familienfest feiert, sind auch neun Christen aus Berlin-Pankow dabei. Sie werden zum Beispiel am Singprojekt von Kantor Johannes Köstlin (Samstag, Gemeindezentrum Mühlendorf) aktiv teilnehmen. Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier, der die Verbindungen „nur vom Hörensagen kennt“, wollte aber: „Das wir, wenn die Freunde schon da sind, auch etwas gemeinsam tun.“Doch zurück zum Werden und Beginn: Maßgeblichen Anteil hatten neben den geistlichen Gründern der Patenschaft (ein altes Wort, das eindeutig belegt, das der Pate, in diesem Fall die Gemeinde zu Altena, mehr tat) wurde schnell eine Partnerschaft (ein Wort, das klar macht, das man sich schon nach einigen Jahren auf Augenhöhe begegnete). Aus Altenaer Sicht legten die Pfarrer Krämer und Fiebig den Grundstein der Partnerschaft und pflegten ihn, in Pankow waren das die Theologen Schmidtke und Maresch.

In der Folge: Viele Besuche aus Altena in Berlin. Hilfe beim Wiederaufbau und der Instandhaltung des Gemeindezentrums Lutherhaus in Pankow. Sammlung von Kollekten, Beschaffung von Material, Instandsetzung der Orgel. 1959 übernahmen die Pfarrer Heetmann und Dr. Wolf, Altena, die Betreuung, 1983 bis 2008 folgte Pfarrer Dieter Claßen. Er ist heute auch so etwas wie ein „lebendiges Geschichtsbuch“. Daten, Zahlen, Fakten, Schwierigkeiten nach dem Mauerbau, Begegnungen unter erschwerten Bedingungen unter dem DDR-Regime und auch in der vereinigten Bundesrepublik – Claßen hat alles im Kopf, teilweise auf Bildern und sogar Filmspulen. Davon wird er am Samstag einige beim Begegnungsabend im Mühlendorf zeigen.

Die Partnerschaft soll weiter leben, auch wenn Pankow Ost und Pankow West längst in Berlin intern „eingemeindet“ wurden und sich nicht erneut als Einheit fanden. In einer Zeit, als durch rückgehende Finanzen in Altena und Berlin viele Veränderungen notwendig wurden, kochte die Partnerschaft ein wenig auf Sparflamme. Dieter Claßen ist heute froh, dass sie in den vergangenen Jahren durch gegenseitige Besuche von Chören und Presbyteriumsmitgliedern wieder neu belebt worden ist. Die Fortsetzung folgt mit dem Gemeindefest am kommenden Wochenende. - von Johannes Bonnekoh

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