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Gemeinde muss Energie sparen: Bald nur noch zehn Grad in Evingser Kirche

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Von: Fabienne Schwarzer

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Pfarrer Uwe Krause leitete die Versammlung.
Pfarrer Uwe Krause leitete die Versammlung. © Schwarzer, Fabienne

Bevor die Versammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Evingsen nach dem Sonntagsgottesdienst begann, wärmten sich die Teilnehmer in der kühlen Kirche zunächst mit einem Kaffee auf.

Die Temperatur in dem Gotteshaus während der kommenden Wintermonate war dann gleich auch der erste Punkte auf der Tagesordnung.

Die Entscheidung, wie die Gemeinde in Zeiten der Krise Energie sparen will, habe das Presbyterium in der vergangenen Woche getroffen, informierte Pastor Uwe Krause, der die Versammlung leitete, die Gemeindeglieder. Nun ist endgültig klar: In der Kirche dürfte es in den kommenden Monaten noch deutlich kälter werden als am Sonntag, als draußen noch recht frühlingshafte Temperaturen herrschten.

Vier Grad mehr zu den Sonntagsgottesdiensten

Bei dem Vorhaben der Energieeinsparung seien mehrere Faktoren zu bedenken, wie beispielsweise die Kirchenorgel. Diese nehme bei zu großen und vor allem zu schnellen Temperaturwechseln Schaden. Deshalb soll die Grundtemperatur in der Kirche in diesem Winter bei nur zehn Grad Celsius liegen. Nur für die Sonntagsgottesdienste wird das Gebäude jeweils auf 14 Grad „erwärmt“. Dieser Vorgang soll über rund vier Stunden gestreckt werden – also ein Grad pro Stunde –, weil sonst die Orgel beschädigt werden könne. Auch müsse man beachten, so der Pastor, dass sich bei zu großen Temperaturunterschieden Kondensat bilden und Schimmel entstehen könne. Deshalb werden in der Kirche die Fliesen nicht mehr feucht abgewischt.

„Viele denken immer, wenn die Grundtemperatur in den Kirchen so niedrig ist, würde das den Gebäuden schaden. Das stimmt allerdings nicht. Die großen Kirchen, wie der Kölner Dom, sollen nur noch auf fünf Grad beheizt werden, wenn nötig“, erklärte der Pastor seiner Gemeinde. Im Gemeindehaus dagegen soll die Temperatur standardmäßig bei 19 Grad liegen.

Außenbeleuchtung wird zurückgefahren

Um weitere Energie einzusparen, soll auch die Außenbeleuchtung zurückgefahren werden. Allerdings sei die Außenbeleuchtung „für uns mehr als nur das Anstrahlen eines denkmalgeschützten Gebäudes“, sagte Krause. An besonderen Tagen wie Silvester, Weihnachten oder dem 1. Advent solle das Gotteshaus deshalb auch weiterhin angestrahlt werden. Eine Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Lampen sei vorerst nicht geplant.

Finanziell hat sich die Situation der Gemeinde trotz der aktuell schwierigen Zeiten gebessert, hatte Pfarrer Krause am Sonntag aber auch eine gute Nachricht zu verkünden. Denn bekanntlich hat die Gemeinde den Kindergarten in Evingsen zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August an die Diakonie Mark-Ruhr als neue Trägerin übergeben. Weil die Einrichtung einer der großen Kostentreiber der Kirchengemeinde war, hat sich die Situation nun entspannt.

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