Gelungener Staffelwechsel seit 15 Jahrzehnten

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Bernd Stahlschmidt (re.), Vizepräsident Finanzen des Westfälischen Turnerbundes, überreichte die Friedrich-Ludwig-Jahn-Plakette an den MTV-Vorsitzenden Bernd Stäsche. ▪

ALTENA ▪ „Ich vergleiche den MTV Altena mit einem zunächst kleinen Pflänzchen, das mit den Jahren zu einem Baum mit einem gesunden Stamm geworden ist. Zwischendurch ist er gelichtet worden, was Platz geschaffen hat für neue Mitglieder und neue Sportarten“. So beschrieb Bernd Stahlschmidt, Vizepräsident Finanzen des Westfälischen Turnerbundes (WTB) den ältesten Sportverein der Burgstadt. 150 Jahre alt ist der MTV in diesem Jahr geworden und feierte das Jubiläum am Samstag mit Mitgliedern und Gästen in der Sauerlandhalle und auf dem vereinseigenen Gelände am Pragpaul. Von Britta Kaufmann

Stahlschmidt war, wie viele andere Gäste auch, natürlich nicht mit leeren Händen gekommen und überreichte dem Vorsitzenden Bernd Stäsche die Friedrich-Ludwig-Jahn-Plakette nebst Urkunde für besondere Verdienste um den Turnsport. Besonders hob er die Übungsleiter hervor: „Ich ziehe den Hut davor, dass sie eine Vielzahl von Personen in Bewegung bringen und halten und dafür viel persönliches Engagement bringen und Freizeit opfern“.

Zunächst hatten Frank Lengenfeldt, der als Moderator durch den Nachmittag führte, sowie Vorsitzender Bernd Stäsche die Anwesenden begrüßt. Allen voran Ehrenmitglied Elli Bärenfänger, verbunden mit der Erinnerung an ihren erst kürzlich verstorbenen Mann Walter, der ein Stück Vereinsgeschichte im MTV geschrieben hat. „Unsere Tradition stärkt uns den Rücken, aber den Blick müssen wir nach vorne in die Zukunft richten“, verzichtete Stäsche auf ein ausführliches Referat über die 150-jährige Vereinshistorie, lud die Gäste vielmehr dazu ein, mit Hilfe einer Ausstellung, die im Vereinsheim vorbereitet war, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Stäsche stellte allerdings fest, dass es für den MTV nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft sicher nicht leicht werden wird. „Fördermittel für 1000 Mitglieder und mehr werden wir sicher nicht mehr erreichen, dennoch wollen wir Neues schaffen, aber Altes bewahren.“

Renate Friedrichs überbrachte die Glückwünsche des Lenne-Volme-Gaus und erinnerte sich an ihre eigene Zeit beim MTV: „Als Herzsportübungsleiterin habe ich das Vereinsleben selbst mitgestaltet und viel Positives von den Menschen empfangen. Ich bin dankbar für die aktive Zeit in diesem Verein und danke alle ehrenamtlichen Helfern.“

Die Ehrenvorsitzende Gerda Sippel, ehemals Pirags, war eigens aus Bremen angereist und ließ es sich nicht nehmen, auf die Geschichte des MTV zurückzublicken. Besonders gerne erinnerte sie sich an ihre Wegbegleiter wie Karl Künne, Fritz Hufenbach, Heinz Jung, Walter Bärenfänger oder Josef Kögler. „Der MTV hat es 150 Jahre lang verstanden, den Bürgern eine sportliche Heimat zu bieten und das Leben in Altena freudiger zu gestalten. Er hat sich vom Leistungssport- zu einem Breitensportverein mit vielfältigem modernen Programm entwickelt. Es ist ein gutes Gefühl wieder unter Freunden zu sein und von vielen so herzlich begrüßt zu werden“, freute sich Sippel über das Wiedersehen.

MdL Michael Scheffler stellte die wichtige Funktion des Vereins heraus, vor allem die Gesundheit der Kinder zu erhalten. „Es ist eine stolze Leistung, einen Verein so lange am Leben zu halten“. MdB Dagmar Freitag richtete ihren ausdrücklichen Dank an alle, die ein Vereinsleben erst möglich machen. „Ein Verein ist wie ein Generationenvertrag. War man als Kind in einem Verein aktiv, ist man es später häufig als Übungsleiter, im Ehrenamt oder einfach nur als Helfer. Nur so funktioniert es“, so Freitag, die eine Tasche in den Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold mit Unterschrift des zur Zeit besten deutschen Turners Fabian Hambüchen als Geschenk mitgebracht hatte.

Nicht fehlen durfte in der Schar der Redner natürlich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. „Mir wurde aus dem Archiv ein Wäschekorb über den MTV zusammengetragen, da muss ich über die Bedeutung des Vereins nicht mehr viel sagen. Es gibt einen gelungenen Staffelwechsel seit nunmehr 15 Jahrzehnten und es ist eine Kunst, immer einen Brückenschlag zwischen Jung und Alt zu finden. Stellvertretend für alle, die daran beteiligt waren, nenne ich noch einmal Walter Bärenfänger“. Abschließend wünschte Hollstein dem Verein Glück für eine schwere Aufgabe mit Blick auf einen Mangel an Übungsleitern und sinkende Mitgliederzahlen. „Ohne Kooperation, vor allem mit den Schulen, wird es sicher nicht gehen und Veränderungen, müssen da, wo sie nötig sind, konsequent angepackt werden. Dafür wünsche ich dem MTV Kraft und sage: Bitte weiter so!“

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