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Geld sparen, Klima schützen: Ökoprofit zu Gast im Stahlwerk

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Von: Jona Wiechowski

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Was Ossenberg-Geschäftsführer Nils Vöpel als „ganz normalen Freiformschmiedevorgang “ beschrieb, sahen die Gäste so nicht jeden Tag. Zuvor hatten sie sich bereits die Schmelze der Dahler Firma angesehen.
Was Ossenberg-Geschäftsführer Nils Vöpel als „ganz normalen Freiformschmiedevorgang “ beschrieb, sahen die Gäste so nicht jeden Tag. Zuvor hatten sie sich bereits die Schmelze der Dahler Firma angesehen. © Wiechowski, Jona

Das Edelstahlwerk Ossenberg ist auf die Herstellung von Edelstählen und Präzisionswerkzeugen spezialisiert. „Das ist sehr energieintensiv“, erklärt Geschäftsführer Nils Vöpel. Durch die massiven Preissteigerungen im Energiesektor in der jüngeren Vergangenheit überlegt natürlich auch die Dahler Firma, wo sie Energie einsparen kann. Ganz einfach ist das bei einem Stahl- und Schmiedewerk allerdings nicht.

Altena – Denn: Die Hauptverbräuche ließen sich bei Ossenberg nicht reduzieren; die seien für den Betrieb nötig, erklärte der Geschäftsführer im Gespräch mit der Redaktion. Möglichkeiten gebe es dennoch. Überlegungen gingen in die Richtung, wie zum Beispiel Abwärme der Anlagen zum Heizen von Hallen genutzt werden könnte. Um zu schauen, was machbar ist, hat Ossenberg schon vor einiger Zeit ein internes Team gegründet mit Mitgliedern aus allen Bereichen der Firma, wie Vöpel erzählt.

Neue Impulse soll es nun auch durch die Teilnahme am Projekt Ökoprofit geben, das von der Gesellschaft zur Wirt­schafts- und Struktur­för­de­rung (GWS) im Märkischen Kreis initiiert wurde. „Wir machen uns Gedanken und freuen uns über die Ansätze von anderen.“ Der Vorteil des Projekts: Es gebe bereits Erfahrungswerte, so Vöpel. Bei Ökoprofit handelt es sich um ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Gemeinschaftsprojekt zwischen Unternehmen, Kommunen und Beratern. Hierbei werden die teilnehmenden Akteure bei der Senkung von Betriebskosten durch Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen unterstützt – und das mittlerweile in der vierten Runde.

Ossenberg-Geschäftsführer Nils Vöpel (li.) zeigte den Ökoprofit-Teilnehmern das Dahler Unternehmen, das rund 80 Mitarbeiter beschäftigt.
Ossenberg-Geschäftsführer Nils Vöpel (li.) zeigte den Ökoprofit-Teilnehmern das Dahler Unternehmen, das rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. © JONA WIECHOWSKI

Zum vierten Netzwerktreffen der aktuellen Runde kamen am Dienstag Vertreter der teilnehmenden Akteure in der Burg Holtzbrinck zusammen, das von der Altenaer Baugesellschaft ausgerichtet wurde. Auf dem Programm standen Austausch und Vorträge zu den Themen Photovoltaik, thermische Abschirmung von Gebäudeöffnungen und nachhaltiges Batteriehandling.

Die Ökoprofit-Teilnehmer schauten sich auch die Schmelze der Firma Ossenberg an.
Die Ökoprofit-Teilnehmer schauten sich auch die Schmelze der Firma Ossenberg an. © Dr. Stefan Große-Allermann

Im Anschluss ging es nach Dahle. Bei einem Firmenrundgang führte Vöpel die Teilnehmer erst durch die Schmelze und später in die Schmiede des Traditionsunternehmens. Dort konnten unter anderem auch sie sehen – und natürlich hören –, wie mit einem 1 600-Kilogramm-Hammer ein Freiformschmiedevorgang durchgeführt wird.

Bei der vierten Ökoprofit-Runde sind zwei Teilnehmer aus Altena dabei: die Altenaer Baugesellschaft (ABG) und das Edelstahlwerk Ossenberg.
Bei der vierten Ökoprofit-Runde sind zwei Teilnehmer aus Altena dabei: die Altenaer Baugesellschaft (ABG) und das Edelstahlwerk Ossenberg. © Wiechowski, Jona

Gezeigt hatte Vöpel seinen Gästen auch, bis wohin das Hochwasser im Juli 2021 gestanden hatte. Die Flut hatte den Betrieb lahmgelegt. Während die Schmelze, weil sie hoch genug liegt, nicht betroffen war, traf es den Rest umso härter. Die Schmiede konnte im September – und damit knapp zwei Monate nach der Katastrophe – mit als erstes wieder an den Start gehen. Der Werkzeugbau, ein Totalschaden, musste komplett wieder aufgebaut werden – erst Ende März dieses Jahres war hier ein Normalbetrieb wieder möglich. Gute Nachricht: Alle rund 80 Mitarbeiter konnten gehalten werden.

Unter den Teilnehmern der vierten Ökoprofit-Runde sind mit der Altenaer Baugesellschaft und dem Edelstahlwerk Ossenberg zwei aus der Burgstadt dabei. Darüber hinaus dabei sind die ESTB GmbH (Iserlohn), das Institut für Umformtechnik der mittelständischen Wirtschaft GmbH (Lüdenscheid), die K&B Kunststoffdreherei GmbH (Lüdenscheid), die Otto Rentrop GmbH (Plettenberg), die Pollmann & Sohn GmbH (Kierspe), die Silgan Dispensing Systems Hemer GmbH und die Tebit GmbH (Meinerzhagen).

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