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Geimpfte Taxifahrer ganz ohne Bestellung

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Das Geschäft läuft ganz gut für Katja Dreesmann und ihr Taxiunternehmen mit 15 Fahrer und fünf Wagen in Altena.
Das Geschäft läuft ganz gut für Katja Dreesmann und ihr Taxiunternehmen mit 15 Fahrer und fünf Wagen. © Katja Dreesmann

Geimpfte Taxifahrer auf Bestellung? Was in Großstädten geht, ist in einer Stadt im MK gar nicht nötig. Dort fährt 2G automatisch mit.

Altena – In vielen Großstädten kann man neuerdings gezielt ein Taxi mit geimpftem oder genesenem Fahrer buchen. So auch in Dortmund. In Altena kann man sich diese gezielte Bestellung sparen. „Alle Fahrer sind mindestens zweimal geimpft, einige auch schon geboostert“, sagt Katja Dreesmann von Taxi Katja. Dieselbe Auskunft gibt Thushanthan Subendran für sein Unternehmen Taxi Altena. Eine Rolle spielt das bei der Buchung allerdings selten.

„Tatsächlich hat letzte Woche zum ersten Mal ein älterer Herr danach gefragt. Er hat kein Auto mehr und wollte wissen, ob alle Fahrer geimpft sind“, erzählt Dreesmann. Aber: „Selten erkundigt sich jemand vorher. Und wenn, dann sind es die Patienten, die krebskrank sind oder zur Dialyse müssen. Da merkt man schon, dass sie Angst haben.“

Corona-Schutz im Taxi: Masken, Trennscheiben, Desinfektion

Nicht nur, aber gerade auch wegen dieser vorsichtigen Stammkunden mit einem schwachen Immunsystem gehören Hygiene- und Schutzmaßnahmen zum Standard der beiden Altenaer Taxiunternehmen: Masken tragen, Trennscheiben zwischen Fahrer und Rückbank, regelmäßiges Desinfizieren.

„Taxi Altena“ von Thushanthan Subendran hält sich vor allem mit Krankenfahrten über Wasser.
„Taxi Altena“ von Thushanthan Subendran hält sich vor allem mit Krankenfahrten über Wasser. © Subendran

Das hat bislang auch die Fahrer weitgehend geschützt, die täglich auf den Straßen in und um Altena unterwegs sind. Bei Taxi Katja hat es bislang eine Infektion gegeben. „Die Fahrerin hat einen Patienten zur Dialyse gebracht. Der wurde dort positiv getestet, und ein paar Tage darauf dann auch meine Mitarbeiterin“, erzählt Dreesmann. Weitere Kreise habe das aber nicht gezogen, alles sei gut gegangen.

Krankenfahrten federn Corona-Verluste ab

Auch die Fahrgäste sind in der Regel einsichtig. „Einige Ältere sehen das Impfen als Pflicht, meinen dann aber auch, bei dreimal geimpft müsse man keine Maske mehr tragen“, hat Subendran festgestellt. Die Maskenpflicht gilt für Geboosterte aber ebenso wie für alle anderen.

Die Krankenfahrten, die über die Krankenkassen abgerechnet werden, sind im Moment das sichere Standbein der Taxiunternehmen. Selbst wenn der eine oder andere Arztbesuch gestrichen wurde – auf die festen Termine für Bestrahlungen und Dialyse können die Betroffenen nicht verzichten. „Wir haben ein ausgefülltes Programm“, sagt Dreesmann, die im Februar vor 14 Jahren mit zwei Autos angefangen hat und jetzt mit insgesamt 15 Fahrern in fünf Wagen unterwegs ist.

Wenn Kneipen dicht sind, fehlt Taxifahrern das Geschäft

Gut zu tun mit den Krankenfahrten hat auch Subendran. Sie machen bei ihm schätzungsweise rund die Hälfte des Geschäfts aus. Sorgen bereitet ihm die andere Hälfte: „Das Bargeschäft, vor allem die Nachtfahrten, sind deutlich zurückgegangen.“

Im Juli hat Subendran das Unternehmen mit fünf Wagen von seinem damaligen Chef übernommen, für den er vier Jahre lang gefahren ist: „Viele Freunde haben mir abgeraten, mich selbstständig zu machen. Aber wir waren auf einem guten Weg.“ Zuletzt habe sich das wieder verschlechtert. „Wenn die Kneipen gut zu tun haben, geht es auch uns gut“, sagt er. Er merke, dass die Leute weniger rausgehen und weniger Taxis brauchen. Und auch weniger Geld haben. „Es ist nicht so wie vor Corona.“ So ein schlechtes Silvester wie 2021/2022 habe er noch nicht gehabt.

Geteiltes Bild für Silvester

In dem Punkt hat Dreesmann etwas andere Erfahrungen gemacht. „Dieses Silvester war besser als das Jahr davor mit dem Lockdown.“ Die fünf Autos seien nonstop unterwegs gewesen. „Wir haben weniger Barfahrten in der Woche, das sehe ich auch so“, räumt sie ein, „aber am Wochenende haben wir eigentlich ganz gut zu tun.“ Sie sei zufrieden.

Mit gemischten Gefühlen sehen aber beide Unternehmer der neuen 2G-plus-Regelung in der Gastronomie entgegen. „Wie das für uns laufen wird, wissen wir nicht“, sagt Dreesmann. „Wenn es noch schlimmer wird, müssen wir eventuell wieder in die Kurzarbeit“, befürchtet Subendran.

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