62 Stimmen gegen fusionsförderliche Satzung

+
103 Mitglieder besuchten am Sonntag die Versammlung. Die Mehrheit stimmte gegen die Satzungsänderung.

Altena - Mit 62 Nein-Stimmen hat sich die Jahreshauptversammlung des TV Städtisch Rahmede gegen die Satzungsänderung ausgesprochen, die eine Fusion mit TSV und MTV deutlich vereinfacht hätte. In Paragraph 27 der Satzung geht es um den Umgang mit dem Vereinsvermögen im Falle einer Vereinsauflösung.

Vorab: Die Fusion mit MTV und TSV sollte nicht als Vereinsauflösung gelten. So hatte es der Vorstand deutlich in der von ihm vorgeschlagenen Satzungsänderung formuliert. Die sah vor, dass nach Auflösungsbeschluss das Vereinsvermögen inklusive Grund und Boden dem neuen Altenaer Großsportverein zukommen sollte. Im Falle dessen Auflösung sollte geregelt sein, dass das Vereinsvermögen ausschließlich gemeinnützigen, mildtätigen und sportlichen Zwecken zukommt.

Das will die Mehrheit der 103 Stimmberechtigten nicht, die gestern an der Jahreshauptversammlung in der Sportanlage Breitenhagen teilnahmen. Somit bleibt Paragraph 27 in alter Form bestehen: Löst sich der TV Städtisch Rahmede eines Tages auf, fällt sein Vermögen der Stadt Altena zu, die es ausschließlich für sportliche Zwecke auf dem Breitenhagen zu verwenden hat.

An den Fusionsplänen der Vereine soll die abgelehnte Satzungsänderung nichts ändern: „2017 wollen wir nutzen, um alle Mitglieder umfangreich über die Zusammenführung zu informieren, so dass sie im Jahr 2018 objektiv dafür oder dagegen stimmen können“, so der erste Vorsitzende Martin Hammerschmidt. Er bekräftigte in seinem Geschäftsbericht, weshalb die Fusion sinnvoll sein kann: „Den letzten Mitgliederzuwachs hatten wir im Jahr 2007. Statistisch werden wir in den kommenden 15 Jahren 128 Mitglieder verlieren. Es gibt einerseits die Sterbefälle und immer mehr Mitglieder, deren Verbundenheit mit dem Verein endet, wenn sie selbst nicht mehr aktiv Sport ausüben können. Dann treten sie aus.“ Die Fusion mit den beiden Vereinen, die vor ähnlichen Problemen stehen, könnte der Entwicklung entgegenwirken.

Ohne die Satzungsänderung wird es schwieriger, eine Mehrheit von der Fusion zu überzeugen. Dass noch längst keine Einigkeit herrscht, zeigte ein Antrag, der vor Beginn der Versammlung beim Hauptverein eingegangen war: Die Abstimmung über die Satzungsänderung sollte in geheimer Wahl erfolgen. Dem Wunsch kam der Vorstand nach. Gründe über die ablehnende Haltung wurden gestern in der Versammlung nicht erläutert. Martin Hammerschmidt bedauerte die Entscheidung, setzt nun aber auf eine umfangreiche Informationspolitik, die den 455 Mitgliedern ihre Entscheidung erleichtern soll. Der Vorsitzende ist pro Fusion: „Man muss solche Weichen stellen, solange ein Verein noch eigenständig leben kann und nicht erst, wenn er stirbt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare