Baustelle in Evingsen macht Stadtwerken und Abwasserwerk Kummer

Es geht nicht richtig voran

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Die Gasleitung liegt unter den Kabeln für Strom und Telefon, daneben befinden sich die Wasserleitungen und von den Kanälen ist noch gar nichts zu sehen: Jörg Michutta (links) und Ralf Berlet an ihrer Problembaustelle an der Wulferschlaa.

Altena - Das hatten sich Ralf Berlet und Jörg Michutta ganz anders vorgestellt: Eigentlich sollten die Arbeiten im Verlauf von Springer Straße und Wulferschlaa längst fertig sein. Gestern informierten Stadtwerke und Abwasserwerk darüber, dass sie in den zweiten Winter gehen wird. „Das passt uns natürlich auch nicht“, sagen die beiden.

„Den einen, großen Grund, warum das hier so lange dauert, den gibt es nicht“, sagt Berlet, der technische Leiter der Stadtwerke. Mal entschied sich die Telekom in allerletzter Sekunde, doch mitzumachen (Michutta: „Das kennen wir von denen gar nicht anders“), dann lagen Stromleitungen nicht da, wo sie vermutet wurden, zu guter Letzt waren auf einmal zusätzliche Stützmauern nötig: „Das summiert sich dann natürlich “, sagt Berlet. Wie schnell sich Dinge bei solchen Baumaßnahmen ändern können, das zeigte sich gestern Morgen:

Hier war eine Böschung, die in die Wegeparzelle hineinreichte. Das fiel erst während der Bauarbeiten auf und ermöglichte den Bau eines Gehweges, für den eine kleine Stützmauer nötig wurde.

Die Baustelle ist inzwischen an der Einmündung Waldbergsley angekommen. Jetzt geht es weiter Richtung Lampferweg. Enervie ist in diesem Abschnitt mit seinen Leitungen (neben dem üblichen 400 Volt-Kabel liegt dort auch eine 10 kV-Leitung) schon fertig und die Telekom auch. Beide nutzen den Gehweg. Jetzt folgen Gas und Wasser, deren Trasse in der Fahrbahn liegt.

Keine Vollsperrung

Am 13. September,  beim Pressetermin,  hieß es noch, dafür sei eine Vollsperrung nötig. Eine Stunde später gab es dann Entwarnung: „Wir arbeiten mit einer Ampelregelung“, teilte Berlet mit. Das gelte aber nur für die Leitungen der Stadtwerke. Wenn die fertig sind, folgt das Abwasserwerk, das gleich zwei Kanäle verlegen muss – einen für Schmutzwasser und einen sogenannten Fremdwasserkanal, der das Wasser eines Bachlaufs aufnimmt und weiter unten in den Springer Bach abgibt.

Viele Leitungen auf kleinstem Raum: Da müssen schon mal ein Stück Schnur und der Jägerzaun herhalten, um das Chaos zu sortieren.

Ob auch bei der Verlegung dieser Rohre auf eine Vollsperrung verzichtet werden könne, das bleibe abzuwarten, sagte Berlet. Für Maßnahmen wie diese gibt es unterschiedliche Konzepte. Berlet: „Es gibt Städte, da wird erst der Strom verlegt, dann zugemacht und später dann für Gas und Wasser wieder aufgemacht und für die Kanäle schließlich noch einmal. Und ganz am Ende erfolgt der Straßenausbau“. In Altena verfolgt man eine andere Strategie: Hier ziehen alle Beteiligten an einem Strang. Ein Straßenausbau wird mit allen Versorgern abgestimmt, die in diesem Zuge ihre Netze optimieren. Das bringe deutliche Kostenvorteile mit sich, sagt Jörg Michutta vom Abwasserwerk und weist auf Ausgaben hin, von denen der Laie nichts ahnt.

Laien ahnen nichts

Arbeiten am Trinkwassernetz und an den Kanälen müssen von beispielsweise externen Hygienebeauftragten begleitet werden – „bei dieser Maßnahme gibt es dafür nur einen Auftrag, Stadtwerke und Abwasserwerk teilen sich die Kosten“, erklärt der Kanalbau-Experte. Das „Modell Altena“ hat vor allem auch für die Anwohner Vorteile. Das gemeinsame Vorgehen bei Leitungsverlegung und Straßenausbau hat nämlich zur Folge, dass die Versorger einen Teil der Kosten für den Ausbau übernehmen müssen und demzufolge die Anlieger weniger belastet werden.

Gut funktioniert

Anderswo hat das auch gut funktioniert, zum Beispiel am Kohlhagener Weg – „da liegen die Leitungen auch dicht an dicht und es hat trotzdem wie am Schnürchen geklappt“, erinnert sich Berlet.

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