Gefühle zu zeigen, hilft auch, Konflikte zu lösen

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Gesundheitsförderin Petra Mielach in der Grundschule Evingsen.

ALTENA - Bewegung, gesunde Ernährung, das Lösen von Konflikten und gezielte Suchtvorbeugung – all das steht auf dem Unterrichtsplan der Klasse 2 000. Landesweit findet das Projekt in mehr als 9 000 Grundschulklassen statt – die 3b von Kathi Held aus Evingsen ist eine davon.

Bereits seit drei Jahren ist Gesundheitsförderin Petra Mielach regelmäßiger Gast an der Grundschule Evingsen. Schwerpunkt in diesem Jahr ist der Umgang mit Gefühlen und die gewaltfreie Lösung von Konflikten.

Mit Klaro, der quietschgelben Symbolfigur, haben die Kinder bisher schon viel über Gesundheit und ihren Körper gelernt. Sie konnten erfahren, wie gut Entspannung und Bewegung tun, wie man sich gesund und lecker ernährt, wie ihr Körper „funktioniert“.

Gestern nahm sich Mielach die Zeit, sich zunächst in fast schon spielerischer Form dem Thema Streit, Gewalt und negative Gefühle zu nähern. Denn eines ist der ausgebildeten Fachkraft wichtig: „Die Kinder sollen Spaß haben, wenn wir unsere Themen erarbeiten. Sie sollen etwas mitnehmen davon und nicht so sehr das Belehrende erfahren und im Kopf behalten.“

Stehkreis lockert auf

So bildete die Trainerin zum Einstieg in das Thema erst einmal einen Stehkreis. Und es war schon erstaunlich, mit welcher Ausdrucksstärke und welchen Emotionen die Jungen und Mädchen auf das Thema Gefühle reagierten. Von Spontanübungen wie „Wie sieht man aus, wenn man traurig ist?“ über das Gegenteil: „Nun macht mal ein fröhliches Gesicht“, spannte sich der Einstiegsbogen. „Wenn ich traurig bin, dann hab ich oft auch Bauchweh“, sagte eine der Achtjährigen und ein Junge fügte an: „Ich mag nicht gerne Streit, dann wird es immer so laut“.

An Hand von Partnerinterviews vertieften die Drittklässler in Evingsen gestern das ihnen gestellte Thema Gefühle. Sie lernten sich gegenseitig noch besser kennen und waren oft echt erstaunt, was sie noch nach drei Jahren über ihre Klassenkollegen an Neuigkeiten erfuhren.

Mit dem Üben, Gefühle durch Ich-Botschaften zu vermitteln, zeigte Mielach den Mädchen und Jungen einen Weg auf, andere selbst im Konfliktfall nicht zu verletzten oder ihre Wut quasi auf unschädliche Weise loszuwerden.

Am Ende erarbeiteten die Schüler noch Streitregeln, die jetzt auf einem extra großen Blatt gut sichtbar in der Klasse hängen.

Schule steht dahinter

Sowohl der Schulleiter, als auch das Kollegium sind von der Wirkung des Programms überzeugt und stützen auch die Gesundheitsförderin. Ihr besonderer Dank gilt aber dem Lions-Club, der die Aktion Klasse 2000 finanziert und sponsert.

Petra Mielach: „Seit 1991 hat Klasse 2000 bereits über 370 000 Kinder erreicht. Ich denke mal, je früher die Prävention einsetzt und je kontinuierlicher sie stattfindet, desto wirksamer ist sie.“

In Evingsen werden pro Schuljahr bis zu 15 Unterrichtseinheiten rund um das Thema Gesundheit durchgeführt. Und was sagen die Kinder selbst zu Klasse 2000? Die Finger gehen hoch und ein Mädchen bringt es für alle auf den Punkt: „Wir lernen viel Neues und es macht einfach Spaß!“

von Johannes Bonnekoh

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