Gefahr in der Brachtenbeck: Autofahrer rasen durch Engstelle

In der Brachtenbeck wohnt es sich gefährlich. Viele Autofahrer rasen durch die enge Straße, Anwohner Constantin Borbet ist empört. Ein Umstand verschlimmer das Problem noch.

Altena – Fahren nach Gehör – anders geht es nicht, wenn Constantin Borbet nach Hause will. Er ist vor drei Jahren mit seiner Familie ins vorletzte Haus am Brachtenbecker Weg gezogen. 

Schon vor der Einführung der vorübergehenden Einbahnstraßenregelung, bedingt durch die Bauarbeiten an der L692 zwischen Nachrodt und Wiblingwerde, kam es immer wieder zu schwierigen Situationen. 

Im Moment ist es noch viel schlimmer: „Autofahrer, die von oben kommen, rechnen nicht damit, dass ihnen jemand entgegenkommt“, berichtet der junge Familienvater.

Brachtenbeck: Polizei erwischt 48 Temposünder

Dabei steht an der Einmündung der Privatstraße, die zu den beiden letzten Häusern am Brachtenbecker Weg führt, sogar ein Schild, das vor Gegenverkehr warnt. Die Einbahnstraßenregelung führe dazu, dass auf dem Brachenbecker Weg noch schneller gefahren werde als sonst, meint Borbet.

Eine Kontrolle, die die Polizei im Tempo-30-Bereich durchführte, bestätigt diesen Eindruck: Zwischen 13.55 und 17.15 Uhr wurden 363 Fahrzeuge gemessen. 48 waren zu schnell. Es wird 41 Verwarnungsgelder geben und sieben Anzeigen. 

Der Spitzenreiter war mit 65 Stundenkilometern mehr als doppelt so schnell wie erlaubt und muss sich auf ein Fahrverbot einstellen. 

Viele Fahrer ignorieren Einbahnstraßen-Regelung

Die Raserei ist aber nicht alles: Es werde auch in beachtlichem Umfang gegen die Einbahnstraßenregelung verstoßen, sagt Borbet. So habe er an einem Wochenende beobachtet, wie eine Gruppe von „bestimmt 20 Motorradfahrern aus den Niederlanden“ verkehrt herum durch die Einbahnstraße gefahren seien. 

Auch Fahrradfahrer würden die Beschilderung immer wieder ignorieren und sich dadurch in erhebliche Gefahr begeben. 

Etwa bis November soll die Einbahnstraßenregelung noch gelten. Wenn sie aufgehoben wird, wird die Situation aber nicht unbedingt besser. Die Einfahrt zu Borbets Haus liegt an einem Engpass, an dem sich schon zahlreiche Unfälle ereignet haben. 

Brachtenbeck: Leitplanke alle paar Wochen demoliert

Zuletzt beschädigte ein Autofahrer die dort angebrachte Leitplanke, was alle paar Wochen der Fall sei, wie Borbet berichtet. Er führt inzwischen eine Excel-Tabelle, in der er die Unfälle vor seiner Haustür nachhält. 

Besonders spektakulär krachte es dort am 26. Februar 2015, als zwei Autos frontal zusammenstießen und einer der Unfallbeteiligten in seinem Fahrzeug eingeklemmt war. 

Wenn Borbet und seine Nachbarn aus ihrer Einfahrt fahren, können sie praktisch überhaupt nichts sehen. „Fenster runter und fahren nach Gehör“ sei angesagt, berichtet der Familienvater.

Mehrfach schon hat der Anwohner sich an Ordnungsamt und Polizei gewendet, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. „Positiv überrascht“ sei er von der positiven Resonanz der Behörden, die stets ein offenes Ohr für seine Probleme hätten. 

Ein Gehweg an dieser Stelle würde nach Borbets Ansicht die Probleme entschärfen.

Jetzt hofft er, dass ein Lösungsvorschlag Gehör findet: Borbet regt an, den Engpass durch den Bau eines Gehwegs noch enger zu machen – so eng, dass nur noch ein Fahrzeug passieren kann und die Autofahrer sich dementsprechend langsam in diesen Bereich hineintasten müssten. 

So würden drei Fliegen mit einen Klappe geschlagen, meint Borbet: Fußgänger würden geschützt, es werde langsamer gefahren und die Ausfahrt aus der Privatstraße werde auch erleichtert. Ganz nebenbei könnte Borbet seine Hecke so auch besser schneiden.

Bisher steht er dazu auf der Straße und versucht, die Autofahrer mit Pylonen zu warnen. „Warndreiecke kaufe ich schon nicht mehr. Die werden ja doch nur kaputt gefahren“, sagt er. Ob sein Lösungsvorschlag umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. 

1,50 Meter breit muss ein deutscher Bürgersteig sein, so viel Platz ist an dieser Stelle aber nicht. Borbet hofft aber, dass die Stadt es schafft, die für den Bau eines schmaleren Gehweges erforderliche Ausnahmegenehmigung zu erhalten:

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