DRK entsetzt

Gefälschte Corona-Testergebnisse tauchen im MK auf

Corona-Test vor der Behandlung: Markus Glock (rechts) führt das Teststäbchen in die Nase von Michael Dudyka ein.
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Corona-Test vor der Behandlung: Markus Glock (rechts) führt das Teststäbchen in die Nase von Michael Dudyka ein.

Mit gefälschten Corona-Testergebnissen versuchen Kunden im MK, sich Dienstleistungen zu erschleichen. Das DRK, das mehrere Testzentren betreibt, ist entsetzt.

Coronatests sind wichtig, aber lästig. Kaum jemand lässt sich wohl gern ein Stäbchen tief in die Nase oder in den Mund stecken. Viele haben überhaupt keine Lust darauf. Die Konsequenz: Sie lassen Fußpflege, Friseur oder Gesundheitsmassage, die nur mit negativem Testergebnis erlaubt sind, sausen und warten auf bessere Zeiten.

Doch augenscheinlich gibt es auch betrügerische Versuche, an die Dienstleistungen zu kommen. Es werden nämlich fremde oder gefälschte Testbescheinigung vorgelegt – so mehrfach geschehen bei Markus Glock, der in Altena eine Sportmassage-Praxis betreibt.

Mann legt Corona-Testergebnis einer Frau vor

„Dass ich mir die Unterlagen angucke, damit hat wohl keiner gerechnet“, erzählt Markus Glock von Kopien, die mit Tippex bearbeitet wurden, oder von negativen Testergebnissen, die auf den Namen eines anderen Bürgers ausgestellt waren. Ein männlicher Kunde legte ein negatives Schnelltestergebnis einer Frau vor und behauptete, er hätte das falsche von Zuhause mitgebracht.

Als Markus Glock ihn dann persönlich in seinem Laden testete, gab er zu, dass es sein erster Corona-Test war. „Die Leute wollen sich gegen die Auflagen wehren, rebellieren. Was für ein Quatsch. Es gibt diese Auflagen und Punkt“, macht Markus Glock deutlich, dass er nicht das geringste Verständnis dafür hat.

Corona-Test in der Praxis: Kundin weigert sich und geht

Jeder Kunde wird – egal, ob er eine Bescheinigung vom Testzentrum vorlegt oder nicht – von Markus Glock vor der Behandlung getestet. „Für meine Sicherheit, für die Sicherheit des Kunden und für die nächsten, die kommen“, erzählt Markus Glock als Michael Dudyka zur Behandlung eintrifft.

Er macht im Gegensatz zu einer anderen Kundin kein „Gezeter“. Diese behauptete, in der Burg Holtzbrinck getestet worden zu sein und fand es „eine Unverschämtheit“, dass Markus Glock trotzdem einen Corona-Test machen wollte. Schließlich verließ sie wutentbrannt die Praxis-Räume.

Friseursalon: Kunden gewöhnen sich an Test

Solche Vorkommnisse hat Friseurmeisterin Denis Karakus noch nicht erlebt. „Wir kennen jeden Kunden. Einen gefälschten Test vorzulegen ist also bei uns nicht möglich.“ Wer ins Haarstudio Flhair kommt, muss einen negativen Test aus einem Schnelltestzentrum mitbringen oder vor Ort einen Test durchführen.

Nicht möglich sind Selbsttests, die man zu Hause macht. „Die ersten 14 Tage mit Testpflicht waren schlimm. Die Kunden wollten sich nicht testen lassen, sondern lieber auf den Friseur verzichten. Jetzt wird es besser und der Test mehr und mehr akzeptiert“, sagt Denis Karakus.

Beauty-Salon: Kunden bleiben fern

Das kann Kalliopi Cochylas nicht sagen. Im Gegenteil. In ihrem „kleinen Beauty-Atelier“ herrscht gähnende Leere. „Zwei Kunden in der Woche, alle anderen sagen, dass ich mich melden soll, wenn es wieder normal läuft. Sie verzichten lieber als vorher ins Schnelltestzentrum zu gehen“, sagt die junge Frau.

Man würde von „Firlefanz“ sprechen. Das Geschäft zu schließen, kommt für Kalliopi Cochylas aber nicht infrage. „Ich bleibe hier, das ist mein Job, ich sitze das jetzt aus und hoffe, dass dann alles wieder irgendwann anläuft.“ Dass Betrüger ihr gefälschte Testunterlagen vorgehalten haben, sei noch nicht vorgekommen.

Gefälschte Testertgebnisse: DRK entsetzt

Sechs Schnelltestzentren betreiben die DRK-Kreisverbände Altena-Lüdenscheid und Iserlohn im Märkischen Kreis – darunter in Altena und Nachrodt. Pawel Max, der die Organisation der Zentren übernommen hat, zeigt sich entsetzt über die gefälschten Testbescheinigungen, die offensichtlich in der Burgstadt im Umlauf sind. „Dann benötigen wir dringend eine Methode, um die Unterlagen fälschungssicherer zu machen“, so Pawel Max, der aber genau dies nicht aus dem Hut zaubern kann.

Dass Testunterlagen gefälscht werden, ist kein Kavaliersdelikt. Es ist eine Straftat – und aus moralischer Sicht verantwortungslos anderen gegenüber. Tatsächlich greift es deutschlandweit aber um sich. Das illegale Geschäft mit gefälschten Corona-Tests und auch Impfausweisen boomt. Der Bund plant einen digitalen Impfpass für einen fälschungssicheren Nachweis von Corona-Impfungen. Neue Entwicklungen der Pandemielage im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Live-Ticker.

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