Auf der B236

Gefährliches Überholmanöver: Drei Autos krachen ineinander 

Einen schweren Unfall hat ein Lkw-Fahrer auf der B236 in Altena verursacht.
+
Einen schweren Unfall hat ein Lkw-Fahrer auf der B236 in Altena verursacht.

Ein Lkw-Fahrer hat einen schweren Unfall in Altena verursacht. Er überholte trotz Verbot, drei Wagen krachten ineinander, mehrere Menschen wurden verletzt. Der Verursacher floh - und stand nun vor Gericht.

Altena – Wer Altena mit dem Auto in Richtung Nachrodt verlässt, folgt bald darauf einer langen unübersichtlichen Rechtskurve, in der ein durchgezogener Mittelstrich das Überholen verbietet. Weil ein Lastwagenfahrer diesen Mittelstrich am 7. Februar 2020 ignoriert und einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte, sah Richter Dirk Reckschmidt Anlass für eine Nachschulung des 57-jährigen Angeklagten: „Wozu ist auf einer Straße eine durchgezogene Linie da?“ Die eher kleinlaute Antwort des Lkw-Fahrers enthielt auch das Stichwort „Überholverbot“.

Er hatte nicht weit entfernt von der Einmündung des Brachtenbecker Weges diese Linie mit seinem Laster überfahren, um einen erheblich langsameren Roller zu überholen. Hatte sich der 57-Jährige beim Abstand zu den ihm entgegenkommenden Fahrzeugen verschätzt?

Lkw auf der Gegenspur: Vollbremsung nötig

„Der Lkw ist auf meine Fahrspur gekommen. Er hat versucht, mich durch die Lichthupe zum Anhalten zu bringen“, erinnerte sich ein 32-jähriger Zeuge, der in der Gegenrichtung unterwegs war. „Er war so weit auf meiner Fahrbahn, dass ich nicht hätte weiterfahren können.“ Er konnte gerade noch rechtzeitig durch eine Vollbremsung anhalten.

„Als ich gerade stand, ist er wieder eingeschert.“ Doch ein nachfolgendes Auto fuhr derart heftig auf, dass der 32-Jährige sechs Monate lang unter Rückenschmerzen litt. Und noch ein weiteres Fahrzeug krachte den beiden Autos hinten drauf. „Hinter mir hat es zweimal gerumst.“ Es gab weitere Verletzte.

Knapp an Gefährdung im Straßenverkehr vorbeigeschrammt

Angeklagt war der Lasterfahrer wegen Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung. Es war ihm allerdings nicht nachzuweisen, dass er das Unfallgeschehen, das durch sein unverantwortliches Verhalten ausgelöst wurde, noch mitbekommen hatte. Gegenüber der Polizei erklärte der Angeklagte, dass er zu keiner Zeit mitbekommen habe, dass es hinter ihm einen Unfall gegeben hatte.

Die Staatsanwältin machte ihm allerdings deutlich, dass sein Verhalten „nahe am Paragraphen 315c“ des Strafgesetzbuches vorbeischramme. Zum Delikt „Gefährdung des Straßenverkehrs“ heißt es in dessen Absatz 2: „Wer im Straßenverkehr falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch fährt“ oder „an unübersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhält und dadurch Leib und Leben eines anderen Menschen gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.“

Lasterfahrer entschuldigt sich

Der Verteidiger warf sich vor den Berufskraftfahrer, der nach eigenen Angaben „eine Million Kilometer“ problemlos hinter sich gebracht habe. Er sei viel unterwegs und weder straf- noch verkehrsrechtlich vorbestraft. „Das sind arme Kerle, die Galeerensklaven von heute“, sagte sein Anwalt.

Richter Dirk Reckschmidt konterte trocken: „Die Galeere war aber nie schneller als 20 Stundenkilometer.“ Der Lasterfahrer hatte letztlich Glück, dass er nur wegen einer fahrlässigen Körperverletzung und nicht wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verurteilt wurde. Er habe sich wahrscheinlich stark verschätzt, stellte die Staatsanwältin fest. „Es tut mir leid, dass das so passiert ist“, beteuerte der Angeklagte.

Richter Reckschmidt verurteilte ihn schließlich zu einer vergleichsweise milden Strafe von 20 Tagessätzen zu je 40 Euro. „Das war eine total eindeutige Verkehrssituation. Die Verletzungen resultieren ausschließlich aus dem Verhalten des Angeklagten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare