Gedenken an Altenas Nazi-Opfer: Neuer Stolperstein für einen bekannten Musiker

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Stolpersteine erinnern in Altena an Nazi-Opfer, zum Beispiel vor dem Burgaufzug.

Altena - Zehn Stolpersteine gibt's schon in Altena, nun ist ein elfter geplant. Der soll an ein Opfer der Nazis erinnern, dem die Musik das Leben gerettet hat.

Der elfte Stolperstein ist in Planung. Er wird dem Musiker Wilhelm Willi Heckmann (1897 – 1995) gewidmet, wie Stefanie Ingenpaß, Sprecherin der Stolperstein-Initiative, erzählt. 

Er wird an der Ecke der Fritz-Thomée-Straße verlegt, wo Heckmanns Eltern eine Kneipe besaßen. „Seine bisexuelle Orientierung wurde ihm unter den Nazis zum Verhängnis.“ Das steht über Willi Heckmann in der Inhaltsangabe zum Dokumentarfilm „Klänge des Verschweigens“, den dessen Neffe Klaus Stanjek produziert hat. 

Acht Jahre in zwei KZ

„Nach Denunziation und Verhaftung wurde Heckmann 1937 ins KZ Dachau deportiert, später ins KZ Mauthausen. Trotz der extrem harten Umstände konnte er bis zur Befreiung überleben.“ 

Der Musiker Willi Heckmann.

Denn Heckmann war als Musiker eines Lagertrios, später als Mitwirkender des Gefangenenorchesters tätig und wurde als sogenannter Funktionshäftling behandelt mit leichteren Aufgaben betraut. 

Eine Familie schweigt

Zur Motivation Stanjeks für den Filmdreh steht auf der Homepage des Films: „In seiner (Stanjeks) Familie regierte das Gesetz des Schweigens. Eine Reihe von Familiendynamiken verhinderten bis zu Heckmanns 90. Geburtstag das offene Gespräch über sein Schicksal – unter anderem wegen der lange verborgenen Parteinahme der Mutter für die Nationalsozialisten."

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