An der Bahnhofstraße:

Brand stellt Feuerwehr vor große Probleme

Die Feuerwehr musste zu einem Gebäudebrand an der Gerichtsstraße ausrücken. - Foto: Bonnekoh

ALTENA - Die verschachtelte Bauweise zweier Häuser an der Bahnhofstraße hat am Freitag der Feuerwehr erhebliche Probleme bereitet. Nachdem ein Küchenbrand übergegriffen hatte, musste sie sogar die Dächer aufsägen, um löschen zu können.

Das Feuer brach gegen 14.10 Uhr in der Küche einer Wohnung im Hause Gerichtsstraße 3 aus. Neben der Wache rückte zunächst der Löschzug Stadtmitte aus und rettete zunächst mit der Drehleiter Hausbewohner, die sich auf einen Balkon geflüchtet hatten.

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Brand an der Bahnhofstraße

Löscheinsatz mit möglichst geringem Wassereinsatz – so lautete zunächst die Devise, weil Gebäudeschäden so gering wie möglich gehalten werden sollten. Nach etwa 30 Minuten wähnte Stadtbrandinspektor Alexander Grass die Situation unter Kontrolle – doch da ging es erst richtig los.

Das Feuer hatte sich durch eine Sparrendecke gefressen und so auch das Nachbarhaus erreicht. Grass ließ Stadtalarm auslösen und forderte neben dem DRK auch eine zweite Drehleiter aus Lüdenscheid zur Unterstützung an. Rund 90 Helfer waren im Einsatz, am Ende wurden sogar die Pressluftflaschen knapp – der Servicezentrum der Kreis-Feuerwehr brachte Nachschub.

Das größte Problem waren die Dachböden. Sie seien von innen kaum zu erreichen gewesen, schilderte der stellvertretende Wehrführer Wolfgang Löcker während seines wohl letzten Einsatzes. Deshalb wurden von außen die Dachpfannen abgeschlagen und anschließend mit Motorsägen Löcher in die Dachhaut geschnitten. Mit Gurten gut gesichert kletterten Atemschutzträger von den beiden Drehleitern durch diese Öffnungen, um die Flammen von innen zu bekämpfen. Zeitgleich wurden die Dächer von außen gekühlt.

Es gab noch weitere Herausforderungen für die Einsatzkräfte. In einem der betroffenen Häuser ist die Bahnhofsapotheke untergebracht. Weil sofort der Strom abgeschaltet wurde (das ist bei Bränden üblich), standen deren Kühlaggregate still – teure Medikamente drohten vernichtet zu werden. Deswegen organisierte die Wehr eine Notstromversorgung. Andere Helfer bargen Computer und Akten aus einer im Nachbarhaus ansässigen Logopädie-Praxis.

Nach zwei Stunden hieß es dann „Feuer unter Kontrolle“. Zwei Wohnungen seien so sehr beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnt werden können – eine Familie kommt bei Verwandten unter, um die Unterbringung der anderen kümmert sich das Ordnungsamt, das ebenso wie der stellvertretende Verwaltungschef Stefan Kemper sofort vor Ort war. Auch die Kripo war im Einsatz.

Gegen 17 Uhr wurden die ersten Schläuche zusammengerollt. Eine Brandwache wurde angeordnet, außerdem zog die Wehr einen Dachdecker hinzu, um die Löcher in den Dächern provisorisch verschließen zu lassen.

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