Gasumstellung

5000 Haushalte in Altena bekommen Besuch

Gasumstellung in Altena: Tim Pyritz misst die Abgastemperatur der Brennwertheizung:
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Gasumstellung in Altena: Tim Pyritz misst die Abgastemperatur der Brennwertheizung: Ein Funktions- und Sicherheitscheck ist Bestandteil einer jeden Gasgeräte-Erhebung.

Sie inspizieren Heizung, Herd und Co.. Alles, was mit Gas betrieben wird. Teil eins der Vorbereitungen für die Umstellung von L- auf H-Gas hat in Altena begonnen. Insgesamt bekommen 5000 Haushalte Besuch.

Altena – Am 25. April 2023 wird umgestellt. Ab diesem Datum werden Altenas Gaskunden mit dem energiereicheren H-Gas versorgt. Das will gut geplant sein.

Schätzungsweise 6100 Gasgeräte müssen Tim Pyritz und seine Kollegen von der Firma U-Serv bis dahin unter die Lupe genommen haben. Das Unternehmen aus Recklinghausen ist von der Enervie damit beauftragt worden, die für die Umstellung notwendigen Vorarbeiten zu erledigen.

Pro Haushalt im Schnitt 1,2 Gasgeräte

Aber warum Enervie? Schließlich kommt in Altena das Gas von den Stadtwerken. Die allerdings haben ihr Gasnetz vor einigen Jahren an die Enervie verpachtet, vor allem aus organisatorischen Gründen: An Netzbetreiber stellt die Bundesnetzagentur hohe Anforderungen, die die Fachleute bei der Enervie besser erfüllen können. Damit ist Enervie auch für alles zuständig, was mit der Umstellung zu tun hat und Oliver Brings Projektmanager für Altena.

Gut 5000 Gaskunden gebe es bei den Stadtwerken, pro Haushalt würden im Schnitt 1,2 Gasgeräte betrieben, erklärt er. Tim Pyritz und seine Kollegen haben also in den nächsten Monaten gut zu tun. Und zwar meistens in den Kellern von Altena: Die Mehrzahl der Gasgeräte sind Zentralheizungen.

Alle Kosten trägt die Enervie

Gasherde – wie bei mir – kommen seltener vor. Pyritz ist froh, dass die Herstellerunterlagen zur Hand sind. So kann er schnell herausfinden, ob das Gerät in der Datenbank des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) aufgelistet. Ist es, „also kein Sonderfall“, stellt der gelernte Installateur zufrieden fest.

Er nimmt die Gerätedaten auf, damit geprüft werden kann, was mit meinem Herd passieren muss, dass er mit dem neuen Gas fertig wird. „Wahrscheinlich braucht er neue Düsen“, sagt Pyritz. Das ist nicht mein Problem: Alle mit der Umstellung verbundenen Kosten trägt die Enervie.

Umrüstung zeitlich nicht an Umstellung gebunden

Wie kommen die Düsen in den Herd? Und wann? Diese Fragen bleiben offen. Ob man von außen dran kommt oder ob das Einbaugerät ausgebaut werden muss, das wird jetzt geprüft. Pyritz ist sich aber sicher, dass die Umrüstung schon einige Zeit vor oder auch nach der Gasumstellung erfolgen kann.

Blick ins Tablet: Tim Pyritz und Oliver Brings (r.) finden den Gasherd auf Anhieb in der Datenbank.

Die wenigsten Geräte müssten exakt am Tag der Gasumstellung für das H-Gas fitgemacht werden, erklärt Brings. Die meisten würden nach dem Einbau der für das H-Gas erforderlichen Düsen auch mit L-Gas funktionieren oder umgekehrt mit den alten Düsen auch neues Gas verbrennen, nur eben nicht optimal.

Manchmal muss auch gar nichts gemacht werden. Dann sind die Brenner selbstadaptierend und stellen sich selbst auf das neue Gas ein. Die Anpassungsarbeiten wollen die Enervie und die von ihr beauftragten Monteure vermutlich zwischen Oktober 2022 und Juni 2023 vornehmen. Auch diese Termine werden den Kunden schriftlich mitgeteilt.

Mängelkarte für den Schornsteinfeger

Zurück an den Herd: Pyritz nimmt nicht nur dessen Daten auf, sondern unterzieht das Gerät auch einem Sicherheitscheck. Mit einem Gasdetektor überprüft er, ob alles dicht ist. Auch die Funktion der vorgeschriebenen Zündsicherungen wird getestet – alles in Ordnung. Hätte der Installateur einen Mangel festgestellt, hätte ich eine Mängelkarte mit Hinweisen für meinen Installateur oder den Schornsteinfeger erhalten.

Jetzt geht es in den Keller. Dort inspiziert Pyritz zunächst die Gasuhr, dann wendet er sich der Heizung zu. Die ist relativ neu und von einem Markenhersteller, die letzte Wartung liegt erst ein paar Monate zurück. Womit sich die Frage stellt, warum die Kontrolle und Umrüstung der Geräte nicht Altenas Installateuren überlassen wird.

Prüfung nach 45 Minuten beendet - eigentlich geht‘s schneller

„Zu unsicher“, meint Brings. „Es gibt nämlich Geräte, die haben seit Jahren keinen Installateur mehr gesehen.“ Nur wenn zwischen der Erhebung und dem Tag der Umrüstung neue Gasgeräte installiert werden, sind die örtlichen Handwerker mit im Boot: Sie sollen der Enervie den Austausch der Geräte melden.

Auch meine Gasheizung brauche eine neue Düse, erklärt Pyritz und zeigt, wo die sich versteckt. „Bei diesem Gerät ist der Austausch keine große Sache“, verspricht er und beendet die Erhebung meiner Gasgeräte.

Nach 45 Minuten ist alles gelaufen. So lange hat es auch nur gedauert, weil Brings und Pyritz viele Fragen beantworten und zwischendurch fürs Foto Modell stehen mussten. „Wenn alle zuhause sind, schaffe ich um die 20 Haushalte am Tag“, verrät Pyritz. Es gibt aber auch Erhebungen, die deutlich länger dauern – zum Beispiel in Gastronomie-Betrieben mit vielen gasbetriebenen Geräten.

Wenn der Prüfer zweimal klingelt

Auch bei Firmen, in denen Glühöfen oder andere Anlagen mit Gas befeuert werden, schaut sich U-Serv um. Weil es sich dabei meistens nicht um Anlagen „von der Stange“ handelt, wird die Umrüstung in Absprache mit den Herstellern erfolgen.

Und wie geht es jetzt weiter? Wenn ich Pech habe, wird die ganze Prozedur noch einmal wiederholt. Das gehört zur Qualitätssicherung, die sich die Enervie für dieses Verfahren ausgedacht hat. Zehn Prozent der Kunden werden von einem Monteur eines weiteren Dienstleisters besucht, der nachschaut, ob die Kollegen von U-Serv alles richtig gemacht haben.

Erdgas-Büro in Altena: Infos für Kunden

Ganz wichtig: Ohne vorherige, schriftliche Anmeldung kommt keiner. Die Monteure können sich ausweisen, es gibt in den Ankündigungsschreiben zudem eine Pin, die die U-Serv-Mitarbeiter mitbringen und damit ebenfalls dokumentieren, dass alles seine Richtigkeit hat.

Und wer sich rückversichern will, wählt die Telefonnummer 08 00/1 23 99 50. Sie führt direkt zum Erdgasbüro am Markaner in Altena, wo Brings und sein Kollege Zoltan Hülle alle Fragen rund ums Thema Erdgasumstellung beantworten.

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