Übernachtung am Linscheider Bach für 24,50 Euro inklusive Frühstück

Enorm investiert: Gasthaus Altena in der ehemaligen Jugendherberge eröffnet

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Altena – Nur über solche Zahlen spricht Rolf Steffen: 24,50 Euro pro Person kostet eine Übernachtung in seinem  neuen „Gasthaus Altena“ im Doppelzimmer, im Einzelzimmer nächtigt man für 27 Euro – Frühstück inklusive.  

Was er investiert hat? „Viel“, sagt der Neu-Altenaer und meint damit nicht nur Geld, sondern vor allem auch Arbeit. Das Gasthaus Altena befindet sich nämlich in der ehemaligen Jugendherberge am Linscheider Bach – und die war quasi eine Ruine, als Steffen sie vor einem Jahr erwarb. 

Am schlimmsten seien Wasserleitungen und Heizungsrohre gewesen, erinnert Steffen sich. Metalldiebe hatten in dem großen Komplex gewütet, dabei sogar Wände in den Badezimmern aufgerissen. 

Aber auch sonst sah es wüst aus in und am Gebäude, das seit 2006 leer stand: Türen eingetreten, Scheiben kaputt, überall Müll.

Bei der Versteigerung zugeschlagen

Für 48.000 Euro stand die ehemalige Jugendherberge bei einer Auktion zur Versteigerung – keiner wollte sie haben. Dann kam Steffen und kaufte die Immobilie mit dem Ziel, Gästezimmer anzubieten. 

„Altena braucht so was, wir müssen mehr Touristen hierhin locken“, sagt er. Tatsächlich waren schon Holländer da und Radler, die auf der Lenneroute unterwegs waren. 

Auf der Internet-Buchungsplattform „booking.com“ bewerten sie das Gasthaus seit dem 21. Juli im Schnitt positiv. Wenn alles fertig ist, soll es im Gasthaus Altena 27 Zimmer geben, davon drei Komfortzimmer.

Insgesamt 27 Zimmer geplant

Im Moment gibt es sechs, alle mit Bad und so eingerichtet, wie man Hotelzimmer kennt: Boxspringbett, Kleiderschrank, kleines Tischchen, Teppichboden. 

Wie finanziert man das bei solchen Übernachtungspreisen? Unter anderem, indem man ein Hotel ausschlachtet. Steffen hat das komplette Inventar eines Berliner Hotels übernommen, das abgerissen wurde – inklusive Geschirr und Bettdecken: „Mittwochs haben die letzten Gäste übernachtet, montags sollte der Bagger kommen. In der Zeit dazwischen musste alles raus sein.“ 

Der Zaun kommt aus Montenegro

So was sind dann Aufgaben für Dragan Durovic, den Steffen als „mein Mädchen für alles“ bezeichnet. Durovic kümmert sich um die Gäste, stellt Personal ein, beaufsichtigt die Bauarbeiten, besorgt alles mögliche – zum Beispiel den Zaun, der zwischen der frisch gepflasterten Auffahrt und Straße errichtet wurde. 

Er ist viele, viele Meter lang und aus massivem Eisen. „In Deutschland hätte der ein Vermögen gekostet“, meint Steffen. Durovic kommt aus Montenegro, von dort kommt auch der Zaun.

"Weihnachten soll alles fertig sein"

Dass die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, darüber haben die ersten Gäste großzügig hinweggesehen. „Für den absolut niedrigen Preis drückt man hier gerne mal beide Augen zu, wenn etwas noch nicht so ganz rundläuft“, heißt es bei booking.com. 

Trotzdem wollen die beiden jetzt noch mal richtig Gas geben: „Weihnachten soll alles fertig sein“, sagt Steffen. 

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