Auf Kontrolltour: Darum laufen Männer in Warnjacken durch Altenaer Gärten

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Ungewöhnlicher Gast im Garten: Rudolf Kozuschek ist derzeit in Altena unterwegs.

Altena - Zwei Männer in gelb sind derzeit in der Stadt unterwegs - auf in privaten Gärten. Und das mit einem sonderbaren Spürgerät. Das alles dient der Sicherheit.

„Für die Sicherheit des Gasnetzes ist eine regelmäßige Überprüfung auf Leckstellen unverzichtbar.“ Das sagt Jürgen Berner von den Altenaer Stadtwerken. 

Er ist in dieser Woche mit Rudolf Kozuschek, einem Rohrnetzwerker dabei, an vielen Stellen der Stadt das Gasnetz zu kontrollieren, um diese Sicherheit zu gewährleisten. Nach Vorgabe von Ralf Berlet, dem technischen Leiter der Stadtwerke, werden jährlich rotierend Straßenzüge abgearbeitet und in ihnen Kontrollgänge mit einem Gasspürer durchgeführt. 

Alles wird dokumentiert und mindestens alle zwei bis vier Jahre wiederholt. In den vergangenen Tagen war das Duo Berner-Kozuschek auf dem Breitenhagen unterwegs. 

Arbeiten noch bis Freitag

Hausbesitzer und Mieter durften sich deshalb nicht wundern, wenn bei ihnen „fremde Personen“ durch den Garten liefen. Noch bis einschließlich  Freitag, 23. August, laufen die Arbeiten. 

Dabei werden nicht nur die Gasleitungen entlang der Straßen kontrolliert, sondern auch die Leitungen, die bis zu den Häusern führen. Und es wird zusätzlich untersucht, ob es möglicherweise Hohlräume unter den Fahrbahnen oder im Garten gibt. 

„Nein, vom Hund gebissen worden bin ich noch nicht, als ich ein Grundstück betreten habe“, sagt Rudolf Kozuschek. Er ist mit seinem hell-gelben Anorak nicht zu übersehen. 

Es mutet auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsam an, wenn er ein pfannenartiges Gebilde vor sich herschiebt und dabei konzentriert auf eine Art Laptop schaut. 

Es piept über dem Boden

„Hören Sie? Es piept!“, erläutert der Rohrnetzprüfer und meint damit eine Art Pfeifton, der ertönt, wenn der Gasspürer bei seinem Gleiten über die Straße oder den Boden Luft anzieht und in das Prüfgerät leitet. Es erfasst die unmittelbare Luft über der Oberfläche und untersucht sie mit seinen hochsensiblen Halbleitern. Dabei meldet das handliche Prüfgerät selbst kleinste Gaskonzentrationen in der Luft.  

Bleibt der Zeiger am Gerät unten, ist alles in Ordnung. Sollte er ausschlagen, ist Handeln gefragt, weil eine Gasleitung undicht sein könnte. „Dem kleinsten Verdacht auf einen möglichen Gasaustritt wird sofort nachgegangen“, sagt Jürgen Berner. 

Fachgespräche führen Jürgen Berner von den Stadtwerken (links) und Rohrnetzprüfer Rudolf Kozuschek.

Bei Bestätigung einer Leckage werde diese punktgenau aufgegraben und von den Mitarbeitern der Stadtwerke beseitigt. „Wir bleiben dann so lange vor Ort, bis alles repariert ist“, fügt Jürgen Berner an. Er hat in diesem Aufgabengebiet viel Erfahrung und kann auf eine mehr als 40-jährige Tätigkeit bei den Stadtwerken zurückblicken. „Wir pflegen unser Netz seit Jahren sehr konsequent und erneuern es ständig. Und es ist deshalb eher die Ausnahme als die Regel, dass wir mit Lecklagen zu tun haben“, sagt Berner. 

Hunderttausende Euro für sicheres Netz

Für die regelmäßige Optimierung des Netzes und der Rohre gäben die Stadtwerke viele Hunderttausend Euro aus. Altena sieht er deshalb in dieser Hinsicht schon „auf der sicheren Seite“. 

Ein Rohrnetzprüfer wie Rudolf Kozuschek muss übrigens gut zu Fuß sein. Pro Tag legt er „mindestens 20 Kilometer Wegstrecke zurück“, im Jahr summiert sich das schnell auf eine hohe dreistellige Kilometerzahl. „Ohne bequemes Schuhwerk könnte ich meinen Job nicht machen“, sagt er und lacht. 

Er ist übrigens kein Stadtwerker, sondern von einer Fremdfirma für genau diese Aufgabe angefordert worden. Blind geht der Gaskontrolleur während der rund zweimonatigen Überprüfungszeit pro Jahr weder durch einen Garten noch über eine Straße. Wo genau eine unterirdische Gasleitung verläuft, sieht er nämlich auf seinem Laptop mit dem eingeblendeten Kartenwerk. Wie ein Navigationsgerät im Auto empfängt es ein GPS-Signal. Deshalb sind auch Fehlgrabungen nach defekten Leitungen so gut wie ausgeschlossen.

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