1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Stadtwerke plötzlich preiswertester Gasanbieter

Erstellt:

Von: Thomas Bender

Kommentare

gaspreiserhoehungaltena
Heizen mit Gas wird ab Januar deutlich teurer. © Menker, Guido

Verkehrte Welt: Die Stadtwerke Altena erhöhen den Gaspreis zum Jahreswechsel um fast 20 Prozent. Trotzdem sind sie zum ersten Mal überhaupt der preiswerteste Anbieter am Markt. Davon profitieren aber nur Bestandskunden.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat die erwartete Gaspreiserhöhung beschlossen. Knapp 20 Prozent mehr verlangt das Unternehmen ab Januar für seine Burggas-Tarife. Damit steigt in einem Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 18000 Kilowattstunden die Jahresrechnung von 1327 auf 1585,08 Euro. „Das ist gehörig“, gibt Stadtwerke-Geschäftsführer Hendrik Voß zu.

Andererseits: Billiger gibt es das Gas im Moment nirgendwo. Das zeigt ein Blick auf Vergleichsportale wie Check 24, wo die Stadtwerke trotz der Preiserhöhung unangefochtener Preischampion sind. Einst gab es in Altena über 100 Gasanbieter, im Moment sind es nur noch 23 – und die Stadtwerke-Konkurrenten verlangen für die 18000 Kilowattstunden pro Jahr ausnahmslos über 2000 Euro.

Deshalb gilt die Erhöhung um 20 Prozent auch nur für Bestandskunden. Wer von außen zu den Stadtwerken wechseln will, werde einen anderen, höheren Tarif zahlen müssen, deutete Voß an und gab zu, dass er auf Neukunden gerade nicht besonders scharf ist. Das liegt daran, dass die Preiserhöhung eigentlich deutlich höher hätte ausfallen müssen. 1,2 Cent pro Kilowattstunden beträgt die Erhöhung, knapp 2 Cent hätten es eigentlich sein müssen. Damit nimmt das Unternehmen rund 800 000 Euro in die Hand, um die finanziellen Folgen einer laut Voß „krassen“ Entwicklung auf den Gasmärkten für seine Privatkunden abzumildern. Möglich machen das die positive Entwicklung der Mark-E-Dividende und Kosteneinsparungen bei den Stadtwerken selbst..

Um die 2 Cent pro Kilowattstunden zahlen Stadtwerke und andere Versorgungsunternehmen im Normalfall an den Börsen. Im Herbst stieg dieser Preis extrem an, lag in der Sitze bei 12 Cent – ganz schlecht für kurzfristig agierende Anbieter, deutlich besser für die längerfristiger handelnden Stadtwerke, die sich einen erheblichen Teil des Gases, das sie im kommenden Jahr vermutlich verkaufen werden, bereits vor der sprunghaften Preiserhöhung vertraglich gesichert hatten.

Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Helmar Roder setzt jetzt seine Hoffnungen auf Nord Stream 2: Gehe die Pipeline in Betrieb, sänken auch die Preise, hofft er. Ziel sei es, das dann schnellstmöglich an die Stadtwerke-kunden weiterzugeben.

Auch interessant

Kommentare