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Gasheizungen bei der Baugesellschaft nicht nur wegen der Kosten ein Problem

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Von: Thomas Bender

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Altena Stadtteil Knerling Baugesellschaft
Blick auf den Knerling: Dort werden alle Häuser mit Gas beheizt. © Bender, Thomas

Geheizt wird mit Gas. Das gilt für nahezu alle der etwa 1700 Wohnungen der Altenaer Baugesellschaft (ABG). Damit kommen deren Mieter in den Genuss der diversen Entlastungspakete in Sachen Gas – aber auf unterschiedliche Art und Weise.

Altena – Der Klassiker ist bei der ABG die Gasetagenheizung, also eine eigene Heizung für jede Wohnung und im Keller ein eigener Gaszähler. Etwa zwei Drittel aller Wohnungen werden so beheizt. In diesen Fällen sind die Mieter Kunden der Stadtwerke und zahlen an die einen monatlichen Abschlag fürs Gas. Diese Abschläge werden im Dezember nicht abgebucht. An den übrigen Nebenkosten beispielsweise für Wasser, Grundsteuer oder Versicherungen ändert sich nichts, sie werden wie in jedem anderen Monat auch von der Baugesellschaft mit der Miete eingezogen.

Ein Drittel der Mieter wird erst 2023 entlastet

Ganz anders das Verfahren für Mieter in Häusern, in denen es eine einzige, zentrale Heizungsanlage für das ganze Haus gibt. Hier merken die Mieter zunächst mal nichts von der Entlastung, weil für diese Häuser die Baugesellschaft die Abschläge im Dezember nicht zahlt. Die Entlastung wird in diesen Fällen erst im kommenden Jahr mit der Nebenkostenabrechnung für 2022 weitergegeben.

„Unser Ziel muss es sein, uns von den fossilen Brennstoffen zu verabschieden“, sagt ABG-Vorstand Manfred Haupt. Dabei geht es ihm nicht nur ums Geld und um die Umwelt, sondern auch um ganz praktische Probleme im Zusammenhang mit den Gasheizungen. Eins davon beschäftigt gerade in diesen Wochen Magnus Benkhofer vom ABG-Team für Modernisierung und Instandhaltung. Gemeinsam mit den Mietern sucht er nach Lösungen für jene rund 35 sehr preisgünstige Wohnungen, die noch mit Gasaußenwandheizungen beheizt werden. Da sind Einzelöfen, deren Abgase durch eine Öffnung in der Wand ins Freie geleitet werden. Sie wurden vor Jahrzehnten von den Mietern angeschafft und sind deshalb deren Eigentum. Das Problem ist, dass diese Geräte nicht auf das neue H-Gas umgestellt werden können. Also müssen sie verschwinden – aber was dann?

Gasaußenwand Heizer H-Gas  funktioniert nicht
Solche Raumheizer gibt es noch in über 30 Wohnungen. Sie müssen ausgetauscht werden. © Privat

Es gebe drei Möglichkeiten, erklärt Benkhofer: Einige Mieter kaufen auf eigene Kosten neue, H-Gas-fähige Geräte. Andere Wohnungen könnten nach entsprechenden Umbauarbeiten an im Haus vorhandene Zentralheizungen angeschlossen werden. Variante Nummer drei ist der Einbau einer Gasetagenheizung in der betreffenden Wohnung. Das setze aber in einigen Fällen auch voraus, dass die elektrische Anlage in der Wohnung erneuert werde, erklärt Benkhofer mit Hinweis auf entsprechende VDE-Normen.

Gas keine Lösung für die Zukunft

Auch die anderen Gasheizungen sind nicht wirklich zukunftsfähig: Irgendwann wird man keine neuen mehr einbauen dürfen. Das werde vor allem in den Häusern mit Etagenheizungen zu Problemen führen, in denen Gasetagenheizungen für Wärme sorgen – „was machen wir, wenn eine davon kaputt geht und nicht durch eine neue ersetzt werden darf?“, fragt sich Haupt.

Viele Fragen, auf die die Baugesellschaft noch keine Antworten weiß. Auch das ist ein Grund dafür, dass sie sich das Fraunhofer-Institut ins Boot geholt hat. Gemeinsam untersucht man, wie der Knerling CO2 -neutral und damit vom Gas unabhäbgig werden kann.

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