Gasbohrungen gehen alle Bürger an

ALTENA ▪ Die Sozialdemokraten machen darauf aufmerksam, dass möglicherweise auch der Boden unter dem Altenaer Stadtgebiet Ziel von Bohrungen nach Erdgas sein kann. Die Firma Wintershall, eine Tochter der BASF, hat sich die Rechte für Erkundungsbohrungen im so genannten „Erlaubnisfeld“ Ruhr gesichert. Zu diesem Feld zählt auch rund ein Drittel des Altenaer Stadtgebietes, gelegen am nördlichen Rand.

Die Rede ist vom so genannten „unkonventionellen Gas“. Dabei handelt es sich um Vorkommen, die in rund 1500 Metern Tiefe im Gestein gebunden sind. Um das Gas zu gewinnen, wird eine Technik namens „Fracturing“ verwendet, was das hydraulische Aufbrechen des Gesteins bedeutet. Hier kommen die Bedenken der SPD ins Spiel, weil dabei, so ein Schreiben der Fraktion, „ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien“ in den Untergrund gepumpt werde. Durch dabei im Fels entstehende Risse kann das Gas schließlich entweichen und gewonnen werden. Was der SPD Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist dass die verwendeten Chemikalien schon als wassergefährend und auch krebserregend bezeichnet worden sind.

Die Sozialdemokraten wollen daher „eine ehrliche Diskussion über Chancen und Risiken des Verfahrens“ in Gang bringen. Sie finden es zudem bedenklich, dass im Vergabeverfahren der Erkundungsrechte die „Erkundungspläne“ nicht öffentlich gemacht werden müssen. „Der Stuttgarter Bahnhof hat gezeigt, wozu eine mangelnde Information der Bürger führen kann“, schreibt die SPD.

Nach Aussagen der Bezirksregierung hat Wintershall bisher noch keine Genehmigung für Probebohrungen erhalten. „Daher besteht für uns durchaus noch die Möglichkeit der Einflussnahme“, so die SPD ▪ tk

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